Allianz: Keine Übernahmen, dafür selbst im Visier

Fabian Strebin
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Allianz: Darum geht die Rallye 2018 weiter

Allianz-Chef Oliver Bäte ist seit Mai 2015 im Amt. Seitdem hat es keine größeren Zukäufe gegeben. Stattdessen ist die Allianz zuletzt selbst als Übernahmeziel in den Fokus gerückt, wie das Handelsblatt berichtet.

Vor allem in China scheint das Interesse am Allianz-Konzern groß zu sein. So sollen im vergangenen Sommer der chinesische Versicherer Anbang und der Mischkonzern HNA jeweils eine Mehrheitsbeteiligung am Münchener Traditionsunternehmen geprüft haben. Da man die rechtlichen Hürden in Deutschland und China als zu hoch einschätzte, wurden die Gespräche aber beendet.

Finanzvorstand Dieter Wemmer gibt sich im Interview mit der Börsen-Zeitung gelassen: „Ich habe wirklich keine Ahnung, woher dieses Thema gekommen ist. Wer ein Unternehmen wie die Allianz mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 85 Milliarden übernehmen wollte, müsste ja auch noch eine Prämie zahlen. Wir sind wegen unseres Eigengewichtes sehr gut geschützt.“

Die Allianz selbst plant derzeit dagegen keine eigenen Übernahmen. Wemmer sagt: „Derartige strategische Züge kann man nicht erzwingen. Ich fände es schlecht, sich unter Druck setzen zu lassen.“ Man werde flexibel reagieren, wenn sich Opportunitäten ergeben.

Rücksetzer kaufen

Der Kurs der Allianz-Aktie hat zuletzt wie der Gesamtmarkt Federn lassen müssen. Nachdem die Verhandlungen zu einer Jamaika-Koalition nun gescheitert sind, dürfte es heute weiter nach unten gehen. Anleger sollten die niedrigeren Kurse nutzen, um die Titel einzusammeln. Denn fundamental ist die Aktie mit einem 2018er-KGV von 11 und einer Dividendenrendite von 3,9 Prozent nicht teuer.

Für den AKTIONÄR ist die Aktie ein Kauf, das Kursziel liegt bei 240,00 Euro. Ein Stopp wird bei 170,00 Euro platziert.