Allianz: Das bringt der Einstieg bei LV=

Fabian Strebin
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Allianz: Da ist das Ding

Der ganz große Wurf ist der Einstieg beim britischen Versicherungsverein Liverpool Victoria Friendly Society (LV=) nicht. Allianz-CEO Oliver Bäte wird sich nach weiteren Übernahmezielen in der Sach- und Unfallversicherung umsehen. Strategisch macht die Beteiligung an der LV= jedoch Sinn.

Wie DER AKTIONÄR berichtete, übernimmt die Allianz im vierten Quartal 2017 für 500 Millionen Pfund (554 Millionen Euro) einen Minderheitsanteil von 49 Prozent an der Sachversicherungssparte der LV=. Durch einen Terminkauf im vierten Quartal 2019 sollen weitere 20,9 Prozent der Anteile für 213 Millionen Pfund (236 Millionen Euro) erworben werden. Das KGV wird auf Basis des für 2018 erwarteten Gewinns auf 11 geschätzt. Damit ist der Übernahmekandidat so günstig bewertet wie die Allianz selbst.

Unter dem Strich erwirbt die Allianz mit der Übernahme sechs Millionen Policen. Die Prämieneinnahmen belaufen sich auf 1,7 Milliarden Pfund (1,9 Milliarden Euro). Damit steigt der Konzern vom fünftgrößten Sachversicherer im Vereinigten Königreich auf den dritten Rang auf. Auch bei der Schaden-Kosten-Quote, ein Maß für die Effizienz, kann weiter gesenkt werden: Die Kennzahl beträgt bei den Briten nur 94,1 Prozent, während die Deutschen auf 96,1 Prozent kommen.

Übernahmepoker geht weiter

Die Übernahme der LV= macht strategisch Sinn und verbessert die Position der Allianz im britischen Sachversicherungsgeschäft. Allerdings sollte der Übernahmehunger der Münchener damit noch nicht gestillt sein: Die Kassen sind prall gefüllt und CEO Bäte hat angekündigt, dass der Konzern sich weiterhin nach geeigneten Zielen umsieht. Das sollte neben der Aussicht auf ein Rekordjahr bei der Allianz für weiteren Rückenwind bei der Aktie sorgen.

Aus charttechnischer Sicht ist jetzt der Weg bis zur psychologisch wichtigen Marke von 200,00 Euro frei. Eine Unterstützung liegt bei 170,00 Euro. Die 200 Tage-Linie verläuft um 165,50 Euro. Trotz der jüngsten Kursrallye ist die Aktie mit einem KGV von 12 nach wie vor günstig bewertet. Die Peergroup kommt auf einen Wert von 15.

DER AKTIONÄR rät zum Einstieg und hat ein Kursziel von 220,00 Euro. Ein Stopp sollte bei 160,00 Euro platziert werden.