Alles Weißhelm-Propaganda? Dieser Mann entlarvt die größten Syrien-Lügen

Lennart Pfahler

Eliot Higgins ist ein Rechthaber.

Wer Twitter nach Informationen über die Vorgänge in Syrien durchsucht, merkt das schnell.

Der blutige Bürgerkrieg, der seit seinem Beginn im Jahre 2011 etwa eine halbe Million Menschenleben gefordert hat, ist längst zur ebenso brutalen Medien- und Propagandaschlacht verkommen.

Es ist ein Krieg um Deutungshoheit und Verschwörung, um echte und falsche Bilder – ein Krieg, in dem Menschenleben nur noch als Argumente für die Narrative der Kriegsparteien zu taugen scheinen. Und der längst auch Gift für die politische Debatte in Deutschland ist.

Der brutale syrische Diktator Baschar al-Assad ist zur Gallionsfigur einer verschwörungsfreudigen Bewegung geworden, die Kriegsverbrechen Russlands und des syrischen Regimes abstreitet – die Rebellen des Landes pauschal als Terroristen denunziert und den Westen beschuldigt, das Grauen des Syrienkriegs durch eine Regime-Change-Politik provoziert zu haben.

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Vor allem einer stellt sich dieser Erzählung entgegen: der britische Journalist und Chef der Investigativ-Plattform “Bellingcat“, Elliot Higgins.

Higgins war es, der 2013 zum ersten Mal nachwies, dass Assad die eigene Bevölkerung mit Saringas bombardierte. Aus seinem Wohnzimmer im britischen Leicester brachte er das Narrativ des Assad-Regimes zum Einstürzen.

Die HuffPost hat mit ihm über die hartnäckigsten Syrien-Lügen gesprochen.

Mit dem Zeigefinger auf der Pause-Taste

Eliott Higgins war arbeitslos, als im Mai 2012 Bilder eines Massakers in der syrischen Großstadt Homs über seinen Laptop flimmerten.

Higgins, Computer-Nerd, damals 33 Jahre alt, war fasziniert. Fasziniert von der schier unüberschaubare Menge an Videomaterial, die die Folgen des Bombardements zeigten.

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Fasziniert, dass trotzdem kein Journalist stichhaltig beweisen zu können schien,...

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