"Alles noch seelenloser und blöder": Matthias Habich über Kulturbranche im Lockdown

teleschau
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Kulturschaffende haben während der Corona-Pandemie stark zu kämpfen. Auch Schauspieler Matthias Habich empfindet die Zeit, in der Auftritte abgesagt und Drehs verschoben werden, als "schrecklich".

Die Corona-Pandemie hat die Künstlerbranche fest im Griff: Zahlreiche Auftritte sind abgesagt oder verschoben worden, seit Anfang des Jahres kämpfen Kulturschaffende mit den Auswirkungen der Restriktionen. Nun äußerte sich Schauspieler Matthias Habich zu der Situation, in der die Kunst aktuell steckt. "Diese Zeit ist schrecklich", resümierte der 80-Jährige in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Emotion".

Allerdings sei das nicht nur für ihn so. "Plötzlich wird alles noch seelenloser und blöder. Die Dummheit ist ja ohnehin schon belastend, und gerade wird sie noch blöder und stärker", erklärte der Schauspieler. "Theater, Musik, Literatur, alle Künste sind plötzlich stillgelegt, und damit fehlt uns die Seele der Welt. Covid-19 dringt vergiftend ins Gemüt."

Am Montag, 23. November, 20.15 Uhr, zeigt das Erste die Verfilmung des Theaterstücks "GOTT" von Ferdinand von Schirach. In dem Spielfilm verkörpert Habich einen 78-jährigen ehemaligen Architekten, der sein Leben beenden möchte. Allerdings muss sein Wunsch erst vor dem Deutschen Ethikrat diskutiert werden. Am Ende des Films dürfen die Zuschauer per Telefon- und Online-Abstimmung über das Urteil entscheiden.

Befragt nach seinem eigenen Glauben an Gott, erzählte Habich im "Emotion"-Interview, dass er aus einem evangelischen Haushalt komme. Er habe sich aber bei Gottesdiensten oft rausgeschlichen, um "Kaulquappen im Fluss nebenan" zu fangen. Den Glauben an Gott habe er allerdings nicht verloren: "Um ein lupenreiner Atheist zu sein, muss man schwindelfrei sein. Mir wird bei der Vorstellung, es gäbe keinen Gott, schwindelig. Es ist für mich nicht vorstellbar, dass da nichts ist."