Alle reden über Biontech und AstraZeneca — diese Impfungen solltet ihr als Erwachsene noch auffrischen

Business Insider Deutschland
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Seit nun mehr als einem Jahr begleitet die Pandemie unser Leben. Von den Expertinnen und Experten, Virologinnen und Virologen wurde dabei stets bekräftigt, dass das Impfen der Weg aus der Pandemie sei. Da erscheint es wenig verwunderlich, dass derzeit nur über Biontech, AstraZeneca und Co. berichtet wird. Dennoch, so berichtete "Bild", sei es wichtig, auch andere Impfungen nicht aus den Augen zu verlieren.

Das Bundesministerium für Gesundheit sowie die ständige Impfkommission (Stiko) empfehlen, sich auch gegen andere Infektionskrankheiten impfen zu lassen beziehungsweise die Impfungen aufzufrischen. Besonders gilt dies für Menschen mit Vorerkrankungen, da sie durch ein geschwächtes Immunsystem anfälliger sind.

Sie haben ein erhöhtes Risiko, an Covid-19 zu erkranken und schwere Verläufe oder Komplikationen zu erleben. Allerdings ist es bei den Auffrischungen und Impfungen besonders wichtig, genügend zeitlichen Abstand zwischen den Impfungen und zu den Corona-Teilimpfungen zu haben. Ihr solltet in jedem Fall mit eurem Arzt absprechen, wann ihr welche Impfungen erhaltet und wie viel Zeit dazwischen liegen sollte.

Diese Impfungen sind wichtig

Die ständige Impfkommission empfiehlt Menschen, insbesondere denjenigen, die an Immunschwächen leiden, unter anderem die Impfungen gegen die Grippe (Influenza), Hepatitis B und Herpes Zoster. Darüber hinaus legt die Stiko Impfungen gegen Meningokokken und Pneumokokken nahe. Erkrankungen durch diese beiden Erreger können schwere Lungen- oder Hirnhautentzündungen (Meningitis) auslösen. Im Folgenden beschreiben wir euch, welche Impfungen in Deutschland die wichtigsten sind.

Die Tetanus-Impfung ist eine dieser Impfungen und wird bereits im frühen Kindesalter das erste Mal verimpft. Der Wundstarrkrampf wird durch Bakterien bei offenen Wunden, beispielsweise durch Tierbisse, auf den Körper übertragen. Die Krämpfe können so stark sein, dass sie in besonderen Fällen sogar zum Tod führen. Daher sollte die Impfung in der Regel alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Auch die Impfung gegen Masern wird in der Regel bereits im Kindesalter durchgeführt. Masern ist eine Infektionskrankheit, die rote Hautflecken und Fieber verursacht. Bei besonders schweren Verläufen können Masern zu Lungenentzündungen oder sogar zum Tod führen. Seit dem 1. März 2021 gilt in Deutschland eine Impfpflicht gegen Masern für Kinder. Seitdem müssen alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr eine Masern-Impfung vorweisen. Andernfalls können Kitas die Kinder ablehnen. Schulen ist es nicht erlaubt, Kinder abzulehnen, da es in Deutschland eine Schulpflicht gibt. Wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen, drohen ihnen allerdings Geldbußen in Höhe von bis zu 2.500 Euro.

Wer in Risikogebieten wohnt, sollte sich gegen FSME impfen lassen

Diphterie ist eine Bakterienerkrankung, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die Erkrankung wird durch Giftstoffe des Bakteriums verursacht, die die Organe angreifen und bis zum Herzversagen führen kann. Allerdings kann Diphterie durch eine Impfung vorgebeugt werden. Sie wird ebenfalls im Kindesalter oder bis zum 17. Lebensjahr mit zwei weiteren Auffrischungen durchgeführt. Danach empfiehlt die Stiko eine Auffrischung in Zeitabständen von zehn Jahren.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, besser bekannt als FSME, ist eine durch Zecken übertragene Erkrankung. Sie führt unter anderem zu Entzündungen und kann Lähmungen verursachen. Menschen, die in Risikogebieten wohnen, sollten sich gegen FSME impfen lassen. Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht jährlich eine Liste zu den gefährlichen Gebieten. Die Impfungen gegen die Erkrankung werden im Kindesalter vorgenommen. Nach einer Dreifach-Impfung und einer Auffrischung nach drei Jahren sollte die FSME-Impfung danach alle fünf Jahre aufgefrischt werden.

Auch Polio ist eine Infektion, der bereits im Kindesalter durch eine Impfung vorgebeugt werden sollte. Eine Infektion mit der Viruserkrankung bleibt oft unbemerkt. Und doch kommt es bei jeder 100. bis 1.000 Person zu anhaltenden Lähmungen. Nach der Impfung im Kindesalter ist eine Auffrischung nach dem 18. Lebensjahr in der Regel nur notwendig, wenn ihr in ein Gebiet reist, das eine erhöhte Ansteckungsgefahr aufweist.

In eurem gelben Impfpass ist das jeweils letzte Datum eurer Impfung notiert. Daran könnt ihr erkennen, wann eine Auffrischung notwendig ist. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr von einer Impfung eine Auffrischung benötigt, könnt ihr bei eurem nächsten Hausarztbesuch nachfragen.

jk