An alle Politiker, die "Sorgen ernst nehmen" wollen: Ihr solltet 3 Zahlen kennen

Lennart Pfahler

Es gibt ein Narrativ in konservativen und rechten Kreisen, das geht in etwa so: Seit Jahren dominiere in Deutschland eine linke Meinungsmaschinerie.

Eine unterdrückerische politische Korrektheit, die Politik rechts der Mitte von vornherein diskreditiere, Kritik an linken Ideen unmöglich mache. Genau das habe Wähler massenhaft zur AfD getrieben.

Nun mache sich die CSU auf, diese Wähler zurückzugewinnen. Denn die Deutschen würden nach mehr Sicherheit verlangen, nach einer Begrenzung der Flucht nach Europa, und zuletzt vor allem danach, den Schleppern endlich das Handwerk zu legen, statt Flüchtlinge auch noch aus dem Mittelmeer zu retten.

Eine Sogwirkung löse die Seenotrettung aus. Diese gelte es zu verhindern. 

“Wir müssen die Sorgen der Bürger ernst nehmen”, heißt es in diesem Kontext immer wieder. Der Werbeslogan des freundlichen Rechtsrucks – er findet mit Vorliebe in CSU-Kreisen Verwendung.

Die Sorgen der Bürger hat die bayerische Partei auch bereits exklusiv identifiziert: Asyltourismus, die “Anti-Abschiebe-Industrie”.

► Es ist ein Narrativ, das – wie so oft – vor allem auf gefühlten Wahrheiten beruht. Denn Zahlen zeigen, dass die meisten Deutschen ganz andere Sorgen haben – und der Diskurs vor allem von einer Seite irrational verschoben wird: von rechts.

1. Die Rechten sind in der Minderheit

Zunächst einmal die offensichtlichste Zahl, die es zu bedenken gilt: Bei der Bundestagswahl haben 12,6 Prozent der Deutschen die AfD gewählt. Heute steht die Partei in Umfragen bei 15 Prozent.

► Das bedeutet: Nicht einmal jeder sechste wählende Deutsche macht sein Kreuz bei den Vertretern des ganz rechten Spektrums. Zum Vergleich: Vier von zehn Deutschen würden ihre Stimme einer linken Partei geben, wenn heute Wahl wäre.

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Dennoch suggerieren Verfechter von Verschärfungen bei Asylrecht und Zuwanderungspolitik immer wieder...

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