Alle Augen auf Farah - und der Verdacht läuft mit

SID
Alle Augen auf Farah - und der Verdacht läuft mit

Die Bühne ist bereitet, um 21.20 Uhr Ortszeit am Freitagabend (22.20 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport) werden im Londoner Olympiastadion alle Augen auf Mo Farah gerichtet sein. Finale über 10.000 m, die erste Entscheidung der WM. Für Farah zählt bei der Heim-WM nur Gold, Großbritanniens Laufheld soll wieder mit weit aufgerissenen Augen ins Ziel stürmen, seine Hände über dem Kopf zu einem Herzen formen ("Mobot") und sich feiern lassen.
Doch die Begeisterung über Farah auf der Insel ist längst nicht mehr ungetrübt, das Ansehen des 34-Jährigen hat gelitten. Hartnäckig halten sich Doping-Gerüchte um seinen Trainer Alberto Salazar, zuletzt veröffentlichte die russische Hackergruppe Fancy Bears auch belastendes Material über Farah - kürzlich von der Queen zum Sir geschlagen.
Farah ist zunehmend genervt. "Ich habe es satt, mich immer wiederholen zu müssen. Ich glaube an den sauberen Sport. Es gib kein Geheimnis für das, was ich tue", sagte der Familienvater zuletzt. In London strebt der ehemalige Flüchtling aus Somalia sein drittes WM-Doppel-Gold in Serie an: "Ich tue das, was ich tue, mit Liebe und Freude. Ich werde nie bei einem Dopingtest durchfallen." Dabei weiß Farah natürlich nur zu gut, dass ein negativer Dopingtest kein Beweis dafür ist, wirklich sauber zu sein.
Wenn Farah, der Mann mit der schnellsten letzten Runde, über 10.000 m gewinnt, hätte er bei Olympia und Weltmeisterschaften zehn Titel über die beiden Langdistanzen in Serie geholt - eine nie dagewesene Dominanz. In London winkt ihm über 5000 m (12. August) noch das vierte WM-Gold nacheinander, ehe er sich nach den Titelkämpfen bei zwei Meetings von der Laufbahn verabschiedet und sich dem Marathon widmet.