Jetzt alle Aktien verkaufen: Du hast mehr zu verlieren als du denkst!

Crash: Blick in den Abgrund Korrektur Börsencrash Aktiencrash
Crash: Blick in den Abgrund Korrektur Börsencrash Aktiencrash

Jetzt alle Aktien zu verkaufen, kann ein natürlicher Reflex sein. Die Aktienmärkte befinden sich in einer Korrektur oder auch mehr. Wie tief es geht, das weiß niemand wirklich. Im Endeffekt hat die Börsenpsychologie einmal mehr das Ruder übernommen.

Trotzdem ist es in der Regel ein Fehler, in der Korrektur oder in einem Crash zu verkaufen. Häufig nimmt man sich damit die Chance, von einem früher oder später einsetzenden Turnaround direkt zu profitieren. Gerade jetzt haben Investoren mehr zu verlieren, als sie denken, wenn sie dem Aktienmarkt fernbleiben.

Jetzt alle Aktien verkaufen: Cash ist keine Lösung

Wer als Investor jetzt über die Möglichkeit nachdenkt, alle Aktien zu verkaufen, der möchte vermutlich mehr Sicherheit haben. Sicherheit … aber was ist schon sicher? Cash ist jedenfalls keinen Schwankungen ausgesetzt. Oder einer Korrektur. Aber ist das sicher? Im Endeffekt können wir gerade in dieser Marktphase sagen: Nein, definitiv nicht.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie auch Cash in dieser Marktphase verliert. Zum einen ist das die Inflation. Bei einer Teuerungsrate im mindestens mittleren einstelligen Prozentbereich verliert jeder Sparer in jedem Jahr eine Menge Kaufkraft. Aktien können langfristig mit ihrer Rendite einen Ausgleich generieren. Auch wenn sie im Wert mal schwanken, sind sie historisch ein guter Schutz gewesen. Hinzu kommen Negativzinsen, die ab einem bestimmten Geldvermögen auch absolut den vorhandenen Betrag verringern.

Die eigenen Aktien jetzt zu verkaufen, führt daher in der Regel auch zu einem Verlust. Zwar zu keinem, den man jetzt direkt spüren muss. Ein in Jahrzehnten signifikanter Kaufkraftverlust ist jedoch ein großes Problem.

Opportunitätskosten: Rendite!

Das ist jedoch nicht alles, das Anleger verlieren, wenn sie jetzt alle ihre Aktien verkaufen. Viel bedeutender als die Inflation oder Negativkosten sind für mich die Opportunitätskosten. Ganz ehrlich: Durch eine Korrektur oder auch einen Crash im Wachstumssegment sind viele Aktien heute sehr, sehr preiswert. Chancen, die langfristig ein gigantisches Potenzial besitzen, sind heute wie Value-Aktien bepreist. Das ist für unternehmensorientierte Buy-and-Hold-Investoren eine ziemlich attraktive Gelegenheit.

Wer jetzt seine Aktien verkauft, der nimmt sich die Gelegenheit, von den Renditen der Zukunft zu profitieren. In einer Korrektur oder einem Crash ist es eher an der Zeit, auf die Käuferseite zu wechseln. Nicht zu verkaufen und die eigenen Anteilsscheine zu wirklich ungünstigen Konditionen wieder abzustoßen.

Es ist zugegebenermaßen psychologisch eine Herausforderung. Wie gesagt: Die Emotionen gaukeln einem im Moment vor, eher zu retten, was noch zu retten ist. Wer jedoch über Jahre und Jahrzehnte auch an die Opportunitätskosten denkt, der dürfte feststellen: Jetzt die eigenen Aktien zu verkaufen, kann mit Blick auf die Rendite und die Chancen ein wirklich teurer Fehler sein.

Der Artikel Jetzt alle Aktien verkaufen: Du hast mehr zu verlieren als du denkst! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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