Alexander Wurz: Ziel muss Verschmelzen von echtem und Sim-Racing sein

Ruben Zimmermann

Virtuelle Rennen haben aktuell Hochkonjunktur. Weil der echte Motorsport in Zeiten von Corona komplett stillsteht, bieten inzwischen viele Rennserien - darunter auch die Formel 1 - virtuelle Rennen als Ersatz an. Für E-Sportler und Sim-Racer ist das definitiv eine gute Zeit. Doch wie geht es weiter, wenn der Motorsport in der realen Welt wieder anläuft? Alexander Wurz hat eine Idee.

Gegenüber 'ORF Sport+' erklärt der langjährige Formel-1-Pilot: "Wenn [zum Beispiel] Formel 1 ist, sollte jeder zu Hause [im Simulator] im gleichen Augenblick mitfahren können. Mit denselben Gripwerten, mit demselben Wind- und Reifeneinfluss, demselben Sprit. Das wäre für mich die Zukunft, diese beiden Welten wirklich zu verbinden und diese Synergien auch zu nutzen."

Denn dass das Sim-Racing den echten Motorsport irgendwann ablösen wird, das glaubt Wurz nicht. Er sei in dieser Hinsicht "immer noch relativ 'old school'", verrät der Österreicher und erklärt: "Wenn ich mich nicht wirklich physisch auf unserem Planeten bewege und von den Konsequenzen eines Fehlers auch physisch getroffen werde, dann ist das für mich ein Spiel."

Damit meine er allerdings nicht, dass das körperliche Risiko fehle. "Es geht nicht um das Risiko, dass man sich verletzten oder es im schlimmsten Fall sogar einen tödlichen Unfall geben kann. Darum geht es dem Rennfahrer nicht", betont Wurz. Vielmehr meine er, dass beispielsweise der "Druck" in einem echten Rennen bei einem realen Duell viel größer sei.

Trotzdem erklärt Wurz, dass man bei den virtuellen Rennen durchaus auch Dinge lernen könne, die für die echte Welt hilfreich seien. Der Österreicher hat drei Söhne, mit denen er zu Hause laut eigener Aussage "intensive Kämpfe" bei virtuellen Rennen austrägt. "Das ist cool und eine wahnsinnig tolle Zeit für die Familie. Aber auch meine Kinder sagen, dass es nicht die Realität schlägt", verrät er.

"Es fehlt die ultimative Konsequenz, es fehlen die Einflüsse", erklärt er und ergänzt: "Es sind tolle Momente, und ich kann meinen Kindern auch im Simulator und auf der Spielkonsole wichtige Lektionen mitgeben - über den Lenkeinschlag, wie Lenkung und Bremse zusammenarbeiten. Denn man nimmt ja die Berechnung für den Computer aus der realen Welt."

Echtes Racing könnten die virtuellen Rennen allerdings nicht ersetzen.

Mit Bildmaterial von Sutton.