Alexa bekommt ein Gesicht


Bislang war Alexa nur eine Stimme. Mit Echo Show, der via Sprachassistent Alexa gesteuert werden soll, gibt Amazon seiner Technologie ein Gesicht - und ermöglicht nun mit dem kleineren Echo Spot eine noch intimere Interaktion. Der Neuzugang im Amazon-Universum besitzt einen 2,5-Zoll-Bildschirm und soll dem Nutzer bis ins Schlafzimmer folgen. Der Mini-Show dient als Wecker, stellt Video-Verbindungen zu Freunden her und fungiert als Überwachungskamera für das Kinderzimmer.

Echo Spot soll die Kommunikation mit Alexa persönlicher und intuitiver manchen. Kunden sprechen künftig sozusagen von Angesicht zu Angesicht mit Alexa, auch wenn die elektronische Sekretärin keinen Avatar bekommt. Auch Video-Telefonate mit Freunden und Familie sind mit den Geräten möglich.


Das klobige Design und der riesige Lautsprecher von Echo Show mit seinem 7-Zoll-Bildschirm ähneln eher einem Überwachungsmonitor als einem Interface, das sich lückenlos ins Interieur schmiegt. Das schönere Design besitzt ganz klar Echo Spot. Mit dem Apparat bezieht Sprachassistentin Alexa bereits ihr fünftes Zuhause, nach dem im November 2014 vorgestellten Amazon Echo, Echo Dot (März 2016) und Echo Look (April 2016) oder Echo Show, das Amazon 2016 in den USA präsentierte.

Neuerdings können ihn auch Kunden in Deutschland in den Farben Weiß und Schwarz bestellen. Er soll 219,99 Euro kosten, ausgeliefert wird er ab dem 16.11. Der kleinere Echo Spot ist für 129 Dollar in den USA verfügbar, ausgeliefert wird es im Dezember. Anfang kommenden Jahres kommt das Gerät nach Deutschland.

„Echo ist keine typische Kunden-Elektronik“, sagte Dave Limp, Geräte-Chef bei Amazon. „Unser Job beginnt, wenn wir Echo ausgeliefert haben. Wir verbessern ständig, was Kunden mit Echo tun können.”


Die Rechnung dahinter ist einfach: Je näher Amazons Technologie ins Leben der Nutzer rückt, desto mehr senkt sich die Schwelle für Online-Käufe auf der Plattform Amazon. Die Bildschirme fungieren als neue Abspielfläche für Produkte oder Medieninhalte wie Amazon Prime. Echo Show spielt auch TV-Shows von ARD und ZDF ab, doch auf den populären Videokanal Youtube müssen Nutzer verzichten. Google unterband den Zugriff auf seine Plattform.

Echo Spot ist vor allem ein Angriff auf den Konkurrenten, der seinen smarten Lautsprecher Google Home für 129 Dollar verkauft – allerdings ohne Bildschirm. Amazon wollte offenbar auch Apple unterbieten. Der vom Hersteller angekündigte HomePod kostet 349 Dollar, kommt aber erst im Dezember.


Amazon greift Google mit Kampfpreisen an

Um seine Vorherrschaft am Markt mit smarten Lautsprechern insbesondere gegen Google zu behaupten, greift Amazon bei der nächsten Generation des Echo mit Kampfpreisen an. Der neue Echo, erstmals erhältlich mit Stoff-Überzug von Grau bis Hellbraun, kostet nur 99 Dollar bzw. 99 Euro. Damit senkte Amazon den Preis für Echo um 80 Dollar. Im Dreier-Pack kosten die Geräte sogar nur 50 Dollar das Stück.

Auch die Klangqualität der neuen Echo-Geräte soll besser ausfallen als bisherige Modelle. Der neue Echo liefert Musik in Dolby-Qualität aus, die akustisch schwierige Räume wie gekachelte Küchen besser bespielen soll.


Das Gerät Echo Plus fungiert künftig als Kontrollzentrum für das Internet der Dinge. Auf Befehl findet es heraus, welche anderen vernetzten Geräte sich um Umfeld befinden, und stellt automatisch eine Verbindung her. Der Apparat kann in den USA für 149 Dollar und für 149 Euro in Deutschland bestellt werden und vernetzt sich zum Beispiel mit den Lampen von Hersteller Philipps.

Seine Entertainment-Plattform Fire TV hat Amazon ebenfalls verbessert. Inhalte werden künftig auch in 4K-HDR-Qualität verfügbar sein, was schärfere Farben verspricht, die Film-Auswahl kann über Sprachassistentin Alexa gesteuert werden. Das Paket aus TV-Box mit Fernbedienung kostet 69 Dollar in den USA (79,99 Euro in Deutschland). Ausgeliefert wird es ab dem 25. Oktober.