Alex Marquez: Verletzung von Bruder Marc auch für ihn eine Belastung

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 3 Min.

Wann wird Marc Marquez auf seine MotoGP-Honda zurückkehren? Es ist eine Frage, die der achtfache Motorrad-Weltmeister derzeit wohl selbst nicht beantworten kann. Seit dem Oberarmbruch zu Saisonbeginn und dem missglückten Comeback zögert sich die Genesung des Spaniers immer weiter hinaus.

Zuletzt wurde über eine dritte Operation spekuliert. Tatsächlich soll neuesten Berichten zufolge Anfang Dezember eine Entscheidung darüber fallen, ob Marquez noch einmal unters Messer muss. Damit könnte sich seine Rückkehr weiter hinauszögern.

Für den 27-Jährigen ist es die zweite schwere Verletzung in seiner WM-Laufbahn. 2011 zog er sich bei einem Trainingsunfall in Sepang eine komplizierte Augenverletzung zu. Er musste nicht nur die beiden letzten Rennen auslassen und verlor die Chance auf den Titel in diesem Jahr, seine komplette Karriere stand auf der Kippe.

Alex Marquez erinnert sich an Augenverletzung 2011

"Es war der schwierigste Moment meiner Karriere, weil es fünf lange Monate waren", sagte Marquez damals. Man kann sich ausmalen, wie er sich gegenwärtig fühlen muss.

Auch für seinen jüngeren Bruder Alex Marquez, der sich mit dem mehrfachen Champion 2020 eigentlich eine Garage teilen sollte, ist die Situation eine Belastung. Damals, als sich Marquez am Auge verletzte, trat der Jüngere von beiden noch nicht als Stammpilot in der Weltmeisterschaft an, er stieg erst 2012 auf.

"Ich war damals nicht in Sepang, sondern in Cervera bei meiner Familie", erinnert sich Alex Marquez. "Ich habe die Nachricht, dass er verletzt ist, bekommen, als ich in der Schule saß. Bei uns in Spanien war es ja morgens."

MotoGP-Rookie hatte sich auf Brüder-Team gefreut

Den Sturz beim Saisonauftakt in Jerez 2020 bekam er hingegen hautnah mit. Allerdings hatte er da noch die Hoffnung, dass sein Bruder bald wieder zurückkehren würde. Doch diese zerschlug sich, als Marc es bereits eine Woche später versuchte, unter Schmerzen aufgeben musste und die Titanplatte in seinem Arm dabei Schaden nahm.

"Es stimmt, dass es gerade am Anfang, als sich die Verletzung noch einmal verschlimmerte, auch für mich nicht ganz leicht war", gibt Alex Marquez zu. "Man hatte sich ja von Beginn an auf eine ganze andere Situation eingestellt. Ich wollte dieses Jahr mit ihm im selben Team genießen und von ihm als dem besten Fahrer lernen."

Als Teamkollegen bekam Alex Marquez Honda-Testfahrer Stefan Bradl

Als Teamkollegen bekam Alex Marquez Honda-Testfahrer Stefan Bradl<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Als Teamkollegen bekam Alex Marquez Honda-Testfahrer Stefan BradlMotorsport Images

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"Leider konnten wir dieses Jahr nicht zusammen genießen. Es sollte eigentlich etwas Besonderes für uns und die Familie werden - wir beide zusammen in diesem geschichtsträchtigen Team. Aber es ist, wie es ist, und das müssen wir akzeptieren."

Comeback von Marc Marquez: "Noch stärker sein"

Nachdem klar war, dass sein Bruder länger ausfällt, habe er sich erst einmal sammeln und neu sortieren müssen, sagt der MotoGP-Rookie weiter. "Wenn dem eigenen Bruder etwas passiert, geht das nicht spurlos an einem vorbei. Aber man muss einen klaren Kopf bewahren und weiter professionell seine Arbeit machen."

Auf den aktuellen Zustand von Marc angesprochen, verrät Alex Marquez noch: "Er arbeitet an seiner Genesung, es geht ihm zu Hause gut. Und er wird stärker zurückkehren. Aber ist natürlich nicht immer einfach."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.