Aldi Nord will Milliarden in Filialen stecken

Im Testbetrieb erprobte Aldi Nord bereits die Modernisierung einzelner Supermärkte. Jetzt will der Discounter offenbar sein gesamtes Filialnetz aufpolieren – und soll dafür eine Milliardensumme investieren.


Aldi Nord macht Ernst mit der Modernisierung seiner Filialen. Der Discounter plant einem Zeitungsbericht zufolge das bislang größte Investitionsprojekt in seiner Unternehmensgeschichte. Der Discounter will sämtliche Filialen in Deutschland und im Ausland modernisieren, wie „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet. In den nächsten Jahren wolle Aldi Nord weltweit mehr als fünf Milliarden Euro dafür ausgeben. Das Projekt solle im Herbst starten. Am Sonntag war von Aldi Nord zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Allerdings fehlt wohl noch die Zustimmung der Jakobus-Stiftung, die von den Nachfahren des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht geleitet wird. Vor deren Zustimmung müssten noch Fragen geklärt werden. Bereits im Mai hätten die anderen Familienorganisationen, Lukas- und Markus-Stiftung, die seit mehr als zwei Jahren geplante Modernisierung unterstützt. Bei wichtigen Konzernentscheidungen müssten alle drei Stiftungen zustimmen. Seit längerem tobt ein erbitterter Familienstreit um die Macht bei Aldi Nord.


Mit der Modernisierungsoffensive will Aldi Nord weiter Boden zu Konkurrent Aldi Süd gutmachen. Der Umsatz von Aldi Nord war im vergangenen Jahr schon um 3,61 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro gewachsen. Während der Umsatz bei Aldi Süd bei 15,7 Milliarden Euro Umsatz praktisch stagnierte.

Für die Modernisierung haben die Aldi-Manager nichts dem Zufall überlassen. Der Discounter hatte bereits in Testfilialen neue Konzepte ausprobiert und ständig verbessert. Rund 120 Läden hat das Unternehmen schon modernisiert. Das zahlt sich aus: Laut Unternehmensangaben soll der Umsatz in den neu gestalteten Märkten zweistellig gewachsen sein.


Mit den neuen Konzepten gilt Aldi Nord inzwischen als Treiber in der Modernisierung des Discounts. Das ist allerdings auch notwendig, denn Rewe und Edeka setzen Aldi mit ihren modernen und großen Märkten gewaltig unter Druck, auch der aggressive direkte Konkurrent Lidl will dem Discounter die Kunden abjagen.

Das scheint auch Aldi Süd zu spüren bekommen: Der will nun mit der Tradition brechen und ebenfalls Sonderangebote für Markenprodukte in seinen Märkten anbieten. Bisher gab es bei Aldi Süd keinen Rabatt auf Coca-Cola, Milka-Schokolade oder Maggi Würze. Jetzt geht die Rabattschlacht laut „Lebensmittelzeitung“ in eine nächste Runde. Weil Lidl zunehmend Markenprodukte aus der Aldi-Welt wöchentlich reduziert, nimmt Aldi nun auch Sonderangebote ins Sortiment auf.