Aldi Nord und Süd wollen Geschäftsbereiche zusammenlegen

Aldi Nord und Aldi Süd wollen nach eigenen Angaben stärker kooperieren. Berichte über Fusionspläne dementieren die Discounter-Ketten jedoch.


Die Discounter Aldi Süd und Aldi Nord wollen ihre Zusammenarbeit im Einkauf und Marketing in Deutschland ausbauen. Die beiden Ketten arbeiteten „kontinuierlich an einer Optimierung dieser seit jeher gepflegten und etablierten Kooperation“, teilten Aldi Süd und Aldi Nord am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Die Discounter reagierten damit auf einen Bericht des „Manager Magazins“. Demnach prüfen Aldi Süd und Aldi Nord eine Zusammenlegung des Einkaufs und mehrerer anderer Bereiche. Im ersten Schritt sollen bestimmte Waren gemeinsam beschafft werden, danach könne eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung der Einkaufsabteilungen erfolgen.

Das Projekt „Kooperation Aldi Nord – Aldi Süd“ habe das Ziel, strukturelle und personelle Doppelungen zu reduzieren und damit die Effizienz zu steigern, heißt es in dem Magazinbericht weiter.


Die Kooperation könnte aber noch weiter gehen: Selbst eine gesellschaftsrechtliche Verschmelzung der beiden Unternehmen zu einem Konzern werde nicht ausgeschlossen, berichtete das Blatt. Im Protokoll einer Sitzung hochrangiger Aldi-Manager heiße es etwa: „Perspektivisch sollte dann auch über weitere organisatorische Schritte der Kooperation nachgedacht werden.“ Mit der kartellrechtlichen Prüfung der Pläne sind dem „Manager Magazin“ zufolge bereits zwei Kanzleien beauftragt worden.

Pläne für einen Zusammenschluss dementierten die beiden Ketten indes entschieden: „Eine Fusion ist weder aus der Kooperation folgend noch aus sonstigen Überlegungen geplant oder beabsichtigt“, teilten Aldi Süd und Aldi Nord mit.

Aus der Zusammenarbeit folge auch keine Reduzierung des Personalbedarfs. Vielmehr benötigten beide Unternehmen angesichts ihres Wachstums weiterhin Fachkräfte. Aldi Süd beschäftigt in Deutschland mehr als 43.000 Menschen, bei Aldi Nord sind es über 35.000 Mitarbeiter.

Zuletzt hatte ein Machtkampf bei Aldi Nord für Schlagzeilen gesorgt. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig wies schließlich die Klage der Erben von Berthold Albrecht ab. Damit haben seine Witwe Babette und ihre fünf Kinder keinen Einfluss mehr auf strategische Entscheidungen beim Discounter.