Alarmstufe Rot bei Ferrari

Stefan Junold
Sebastian Vettel wurde beim Großen Preis in Abu Dhabi Dritter

Toto Wolff sagte nach dem Saisonfinale der Formel 1 einen Satz, der bei den Ferrari-Fans große Sorgenfalten hervorgerufen haben sollte.

"Heute war das erste Rennen der Saison 2018", erwähnte der Motorsportchef des Konstrukteurs-Weltmeisters Mercedes bei Sky so nebenbei. Doch die Bedeutung der Worte ist weitaus stärker, als man vermuten könnte.


Das letzte Rennen eines Formel-1-Jahres ist - insbesondere wenn die WM wie dieses Mal schon vorher entschieden ist - ein Fingerzeig für die kommende Saison. Wolff erklärte: "Es sind sicher alle mit Entwicklungsteilen für das nächste Jahr gefahren."

Rosberg sorgt sich um Ferrari

Heißt: Die Leistungsfähigkeit der Autos in Abu Dhabi ist ein erstes Anzeichen dafür, wie es 2018 laufen könnte. Und die silberne Dominanz dürfte die Konkurrenz nicht gerade optimistisch stimmen.

Vor allem der große Rückstand von Sebastian Vettel auf Sieger Valtteri Bottas und den Zweitplatzierten Lewis Hamilton war bemerkenswert. Fast 20 Sekunden nach dem Mercedes-Duo überquerte der Deutsche die Ziellinie.

Ex-Weltmeister Nico Rosberg ist sogar der Meinung, dass Vettels Abstand noch größer gewesen wäre, hätte Hamilton Bottas überholt. "Bei Ferrari mache ich mir Sorgen für das nächste Jahr. Der Rückstand war schon sehr groß" konstatierte Rosberg bei RTL.


Droht Ferrari schon wieder den Anschluss zu verlieren, nachdem sich der Rennstall in diesem Jahr zum einzigen nahezu ebenbürtigen Herausforderer der Silberpfeile gemausert hatte?

Räikkönen weit hinter Bottas zurück

Einiges deutet darauf hin. Mercedes war seit der Sommerpause das klar beste Team, gewann sechs der letzten neun Saisonrennen. Ferrari gewann im gleichen Zeitraum lediglich einen Grand Prix.

Das Sterne-Team hat mit Hamilton und Bottas zudem das bessere Fahrerduo als Ferrari, wo Kimi Räikkönen kaum internen Druck auf Vettel ausübt. Im finnischen Fernduell zog er um 100 Punkte den Kürzeren.

Die Silberpfeile haben darüber hinaus in den letzten Jahren stets bewiesen, dass sie sich gegen die stärker werdenden Rivalen behaupten können. (Fahrerwertung der Formel 1)


Die Mercedes-Verantwortlichen rechnen für 2018 dennoch mit mehr Herausforderern. "Es sieht so aus, dass es Ferrari und Red Bull werden. Ich bin aber auch neugierig, wo McLaren und Renault stehen werden, denn auch diese Teams haben die nötigen Ressourcen", prophezeite Wolff.

Vettel will WM-Titel in Angriff nehmen

Angesichts der klaren Niederlage gegen Mercedes beim Saisonfinale muss sich Ferrari im Winter noch akribischer vorbereiten. Diese Aufgabe geht Vettel jedoch optimistisch an.

"Wir werden über den Winter wieder hart arbeiten und noch stärker zurückkommen", kündigte der viermalige Weltmeister an. Er hält sogar den Titel für möglich. "Hoffentlich können wir uns gut erholen und ausholen für den großen Wurf im nächsten Jahr", fügte Vettel hinzu.

Damit das gelingt, hat Ferrari jedoch erst einmal einiges aufzuholen.