Alarmierende Entwicklung: Vier Länder bauen ihr nukleares Arsenal aus

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un ist nicht das einzige Staatsoberhaupt, das derzeit atomar aufrüstet. (Bild: AP Photo/Wong Maye-E, File)

Obwohl die Zahl der Nuklearwaffen 2017 international zurückging, widersetzen sich vier Länder dieser Tendenz und rüsten ihr Atomarsenal auf.

Gerade in Zeiten, in denen Berichte über einen drohenden atomaren Konflikt zwischen den USA und Nordkorea auf der medialen Tagesordnung stehen, sind diese Nachrichten besorgniserregend: Wie die Nachrichtenagentur „Associated Press“ unter Berufung auf das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) berichtet, vergrößern vier Staaten ihr Atomsprengkopf-Arsenal.

Die internationale Gesamtzahl der Atomsprengköpfe sank 2017: 2016 waren es noch 15.395, dieses Jahr reduzierte sich das Arsenal auf 14.953. Im Gegensatz zu diesem Trend rüsten China, Indien, Nordkorea und Pakistan dem Bericht zufolge jedoch atomar auf.

SIPRI spricht davon, dass die Entwicklungen des nordkoreanischen Nuklearprogramms „zu internationaler politischer Destabilisierung mit einer möglichen Kettenreaktion beigetragen hätten“, zitiert „Associated Press“.

Im Juli 2017 beschlossen die UN ein generelles Atomwaffenverbot, nach der Abstimmung gab es Standing Ovations. (Bild: AP Photo/Mary Altaffer)

Laut dem Institut habe Nordkorea keine atomaren Sprengköpfe stationiert. Allerdings verfüge das Land über zehn bis zwanzig „andere Sprengköpfe“. Darunter fallen eingelagerte sowie demontierte Sprengköpfe, die entsorgt werden sollen aber auch wieder aktivitiert werden könnten. Der SIPRI-Bericht bezeichnet die genaue Größe von Nordkoreas Atomarsenal als ungewiss.

Generell hält SIPRI die internationale Tendenz der Abrüstung für „ermutigend“. Im Juli 2017 einigten sich 122 UN-Mitglieder auf ein Atomwaffenverbot, vor wenigen Tagen wurde der Vertrag in New York unterzeichnet. Der Vertrag verbietet den Einsatz, die Herstellung, den Besitz, die Lagerung und die Stationierung von Atomwaffen, wie die „FAZ“ berichtet.

In Kraft tritt das völkerrechtlich verbindliche Dokument, wenn es 50 Staaten ratifiziert haben. Es gilt nur für die Vertragspartner. Ablehnung für das Atomwaffenverbot kommt von der NATO. „Solange Atomwaffen existieren, wird die Nato ein nukleares Bündnis bleiben“, zitiert die „FAZ“ eine in Brüssel veröffentlichte Stellungnahme der NATO.