Aktivisten: Türkische Armee tötet 14 regierungstreue syrische Kämpfer in Afrin

Trauer um getötete YPG-Kämpfer in Afrin

Die türkische Armee hat laut Aktivisten bei ihrer Offensive in der nordsyrischen Region Afrin 14 Kämpfer der syrischen Regierungstruppen getötet. Die regierungstreuen Milizionäre seien am Donnerstagabend bei türkischen Luftangriffen auf das Dorf Dschamma zu Tode gekommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch drei Kämpfer der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) seien getötet worden.

Die türkische Armee geht seit Januar mit verbündeten syrischen Rebellen gegen die YPG vor. Die Türkei betrachtet die Präsenz der YPG an ihrer Grenze als Bedrohung, da die Gruppe eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft. Auf Bitte der kurdischen Regionalverwaltung entsandte die syrische Regierung kürzlich Truppen, um der YPG zu Hilfe zu kommen.

Die türkische Armee hat dutzende Dörfer an der Grenze unter ihre Kontrolle gebracht, doch kommt die Offensive nur langsam voran, da die YPG-Kämpfer heftigen Widerstand leisten. Bei Gefechten wurden am Donnerstag acht türkische Soldaten getötet und 13 weitere verletzt, wie die Armee mitteilte. Damit hat sie nach eigenen Angaben bislang 41 Soldaten verloren, zudem wurden 115 verbündete Rebellen getötet.

Laut der Beobachtungsstelle starben bei den türkischen Luftangriffen auch 140 Zivilisten. Die oppositionsnahe Organisation mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort. Für Medien sind die Angaben meist nicht zu überprüfen. Die Türkei weist Berichte über zivile Opfer als "Propaganda" zurück und versichert, dass nicht ein Zivilist in Afrin zu Schaden gekommen sei.