Aktivisten: Syrische Armee isoliert größte Stadt in Rebellenenklave Ost-Ghuta

Die syrische Armee setzt ihre Offensive in der umkämpften Rebellenenklave Ost-Ghuta bei Damaskus fort. Nach Angaben von Aktivisten schnitten die Soldaten Duma, die größte Stadt der Enklave, von der übrigen Region ab

Die syrische Armee hat am Samstag ihre Offensive in der umkämpften Rebellenenklave Ost-Ghuta bei Damaskus fortgesetzt. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mitteilte, schnitten die Soldaten Duma, die größte Stadt der Enklave, von der übrigen Region ab. Die Armee kontrollierte demnach die Straße, die Duma mit Harasta im Westen und mit dem Ort Misraba im Süden verbindet.

Den Truppen sei es somit gelungen, Ost-Ghuta in drei Teile aufzuspalten: Duma und seine Umgebung im Norden, Harasta im Westen sowie die übrigen Orte im Süden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete am frühen Nachmittag aus Duma, die Stadt werde aus der Luft sowie mit Artillerie angegriffen. Die Straßen seien menschenleer.

In Ost-Ghuta leben seit 2013 knapp 400.000 Menschen im Belagerungszustand. Mitte Februar startete die von Russland unterstützte syrische Regierung Luftangriffe auf die Rebellenenklave. Seitdem wurden nach Angaben der den bewaffneten Rebellen nahestehenden Beobachtungsstelle mehr als 975 Zivilisten getötet.

Die Armee kontrolliert demnach inzwischen mehr als die Hälfte von Ost-Ghuta. Die dort aktiven Islamisten und Dschihadisten beschießen von dort aus Wohnviertel in Damaskus. Die humanitäre Lage in Ost-Ghuta ist seit langem katastrophal, es fehlt an Medikamenten, viele Kinder leiden Hunger.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezieht ihre Informationen nach eigenen Angaben von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie kaum zu überprüfen.