Aktivisten protestieren mit verfaulten Äpfeln gegen Gewalt durch Londoner Polizisten

Aktivisten haben am Freitag mehr als tausend verfaulte Äpfel vor dem Hauptquartier der Metropolitan Police in London abgeladen. Damit wollten sie auf die hohe Zahl von Polizisten aufmerksam machen, die der häuslichen Gewalt und Gewalt gegen Frauen und Mädchen verdächtigt werden. Die 1071 Äpfel entsprechen der Zahl an Beschäftigten bei der Londoner Polizei, gegen die es nach Angaben der Behörde Untersuchungen wegen entsprechender mutmaßlicher Taten gibt oder gab.

"Uns wurde immer wieder gesagt, dass sich nur um einen faulen Apfel hier und da handelt, aber in Wirklichkeit handelt es sich um ein grundlegendes Problem bei der Polizei", sagte Ruth Davison, Vorsitzende der Organisation Refuge, die Opfern häuslicher Gewalt hilft. "Das muss jetzt angeprangert werden, weil das Leben von Frauen in Gefahr ist."

Die Metropolitan Police hatte in dieser Woche mitgeteilt, dass die Fälle von 1071 Beschäftigten neu geprüft würden, die in den vergangenen zehn Jahren wegen mutmaßlicher häuslicher oder sexueller Gewalt gemeldet worden waren.

Anfang der Woche war der Londoner Polizist David Carrick, der einer Einheit zum Schutz von Abgeordneten und Diplomaten angehörte, aus dem Polizeidienst entlassen worden. Er hatte vor Gericht 24 Fälle von Vergewaltigung und zahlreiche weitere sexuelle Übergriffe gegen zwölf Frauen eingeräumt.

Die Polizei in London steht nach einer Reihe von Skandalen schon länger massiv in der Kritik. Für Empörung sorgte vor allem die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung der Londonerin Sarah Everard durch einen Polizisten im März 2021. Der inzwischen entlassene Beamte Wayne Couzens, der ebenfalls in einer Einheit zum Schutz von Abgeordneten und Diplomaten diente, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

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