Aktivisten: Mindestens 39 Tote bei Explosion in Waffenlager in Syrien

Trümmer des Waffenlagers in einem Wohngebiet in Idlib

Bei einer Explosion in einem Waffenlager in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten am Sonntag mindestens 39 Zivilisten getötet worden. Unter den Toten waren etwa ein Dutzend Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Explosion ereignete sich demnach in einem Wohngebiet in Sarmada im Norden der nordwestlichen Provinz Idlib. Die Ursache der Explosion war den Angaben zufolge zunächst unklar.

Das Waffenlager war nach Angaben der Beobachtungsstelle in einem Wohnhaus untergebracht. Auch zwei angrenzende Häuser stürzten ein. Rettungskräfte der Weißhelme, die in den syrischen Rebellengebieten Erste Hilfe leisten, suchten in den Trümmern nach Überlebenden, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Das Haus gehörte nach Angaben der Beobachtungsstelle einem Waffenhändler, der mit der Dschihadistenallianz Hajat Tahrir al-Scham (HTS) zusammenarbeitet. Die Gruppe, die von dem früheren syrischen Al-Kaida-Ableger dominiert wird, kontrolliert einen Großteil der Provinz Idlib. Der Rest wird von anderen islamistischen Rebellen kontrolliert.

Bei der Explosion wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle vor allem Familienangehörige von HTS-Kämpfern getötet. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Ein Aktivist der Weißhelme sagte, unter den Toten seien mehrere Frauen und Kinder. Es seien auch mehrere Überlebende aus den Trümmern gerettet worden.

Die Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei ist eine der letzten Rebellenbastionen in Syrien. Trotz internationaler Mahnungen bereiten sich die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad offenbar auf eine Offensive auf Idlib vor: Zuletzt hatte es dort vermehrt Luftangriffe syrischer und russischer Kampfjets gegeben. Syrische Flugzeuge warfen zudem Flugblätter ab, in denen die Bewohner zur Kapitulation aufgefordert wurden.