Aktivisten: 472 getötete Zivilisten in Syrien bei Angriffen von Anti-IS-Koalition in einem Monat

Rauch über Raka

Bei Luftangriffen der US-geführten Koalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten binnen eines Monats 472 Zivilisten getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte am Freitag, noch nie seit Beginn der Einsätze der Anti-IS-Koalition im September 2014 habe es in einem Monat so viele zivile Opfer gegeben wie in der Zeit vom 23. Mai bis 23. Juni.

Laut der oppositionsnahen Organisationmit Sitz in Großbritannien wurden in der Provinz Deir Essor 222 Zivilisten getötet, darunter 84 Kinder. In der Provinz Raka habe es 250 zivile Opfer gegeben, darunter 53 Kinder, teilte die Beobachtungsstelle mit, die ihre Informationen von einem Netz aus Ärzten und Aktivisten in Syrien erhält. Für Journalisten sind ihre Angaben zumeist kaum zu überprüfen.

Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, damit seien bei Luftangriffen der internationalen Koalition insgesamt 1953 Zivilisten getötet worden, darunter 456 Kinder und 333 Frauen. Die Koalition fliegt seit September 2014 Luftangriffe gegen Stellungen der Dschihadisten im Irak und Syrien. Deutschland ist mit sechs Aufklärungsflugzeugen beteiligt.

Die Koalition versichert regelmäßig, alles zu tun, um zivile Opfer zu vermeiden. Der Kampf gegen die IS-Miliz befindet sich mit den Offensiven auf ihre letzten Hochburgen in Syrien und im Irak in der finalen Phase. Es wird aber erwartet, dass die sunnitische Extremistengruppe auch nach der Vertreibung aus Raka und Mossul weiterhin Anschläge begehen wird.