Aktivisten: 3000 Menschen im September in Syrien getötet

Der September war in Syrien nach Angaben von Aktivisten der bislang tödlichste Monat dieses Jahres. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte rechnete am Sonntag mit mindestens 3000 getöteten Menschen im vergangenen Monat

Der September war in Syrien nach Angaben von Aktivisten der bislang tödlichste Monat dieses Jahres. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte rechnete am Sonntag mit mindestens 3000 getöteten Menschen im vergangenen Monat, davon 955 Zivilisten. Allein in der Nacht zum Samstag wurden demnach 28 Zivilisten bei einem Luftangriff im Nordwesten des Landes getötet. Dschihadisten hätten am Sonntag außerdem eine Stadt im Zentrum Syriens eingenommen.

Zu den 3000 Toten in Syrien im September berichtete die oppositionsnahe Beobachtungsstelle: "Mehr als 70 Prozent der zivilen Opfer wurden bei Luftangriffen des (syrischen) Regimes oder Russlands oder der internationalen Koalition getötet." Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Freiwilligen in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen.

In der Nacht zum Samstag wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle 28 Zivilisten bei einem Luftangriff in der nordwestsyrischen Provinz Idlib getötet. Auch vier Kinder seien unter den Todesopfern. Unklar sei, ob der Luftangriff vom syrischen Militär oder Russland geflogen worden sei. Ein AFP-Reporter berichtete von einem gesamten Wohnviertel, das nach dem Angriff auf die Ortschaft Armanas nahe der türkischen Grenze eingestürzt war.

Weite Teile von Idlib werden von Dschihadisten kontrolliert. Das von einem früheren Al-Kaida-Ableger dominierte Bündnis Hajat Tahrir al-Scham hatte Mitte September eine Offensive gegen mehrere Dörfer in der Region gestartet, die unter Kontrolle der Regierungstruppen waren. Syrien und sein Verbündeter Russland reagierten mit verstärkten Luftangriffen.

Unterdessen habe die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) am Sonntag eine Stadt im Zentrum Syriens eingenommen, berichtete der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die Kämpfer hätten die Stadt Al-Karjatain im Zentrum des Landes erobert. In dem multiethnischen Ort in der Provinz Homs lebten auch hunderte Christen. Rahman erklärte, Regierungstruppen hätten die Stadt umstellt.

Die IS-Miliz steht in Syrien extrem unter Druck. Ihre Hochburg Mossul im Irak hat sie bereits verloren, der Fall ihrer syrischen Hochburg Raka steht unmittelbar bevor.

Die Türkei, Russland und der Iran vereinbarten in den vergangenen Monaten die Schaffung von vier Deeskalationszonen in Syrien, in denen eine Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen gelten soll. Ausgenommen von der Waffenruhe sind die IS-Miliz und das Dschihadistenbündnis Hajat al-Tahrir al-Scham, das große Teile von Idlib kontrolliert.