Aktion: Künstler sitzt fast 23 Stunden im Auto auf der Venloer Straße

Norbert Krause will zeigen, wie wenig ein Auto heute eigentlich genutzt wird.

Dass man im Kölner Verkehr mehr Zeit stehend als fahrend verbringt, ist ein offenes Geheimnis. Trotz breiter Straßen kommt der Großstädter im Berufsverkehr nur schleppend voran, dabei hat er sich sein Auto ja zugelegt, um mobiler zu sein und schneller an sein Ziel zu kommen als auf dem Rad, zu Fuß oder mit der KVB.

Diese Paradoxie greift Konzeptkünstler Norbert Krause in einer Straßen-Aktion auf, die er „Pionierfahrt des Stillstands“ nennt: Jedes deutsche Auto parkt durchschnittlich 22 Stunden und 48 Minuten täglich. Den überwiegenden Teil steht der Inbegriff der Mobilität auf einem Parkplatz, statt durch die Straßen zu rollen.

Was das genau bedeutet, untersuchte Krause in einem Selbstversuch, bei dem er genauso lange in einem geparkten Auto in der Venloer Straße nahe der Körnerstraße sitzen blieb. Von Freitagmittag bis Samstagmittag beobachtete er das Zusammenspiel von Autos, Radfahrern und Fußgängern, kam mit Passanten und Interessierten ins Gespräch und sah die Sonne vom Fahrersitz aus auf- und untergehen.

„Auf der Venloer Straße scheinen alle Verkehrsteilnehmer Probleme zu haben“

Krause lässt den Tag Revue passieren: „Meine erste Begegnung brachte mir am Freitagnachmittag erstmal ein Bier vorbei zur Motivation“. In 22 Stunden stiegen Familienväter mit ihren Töchtern, aber auch Fachleute aus der Verkehrs- und Klimabranche sowie Meteorologen für einen kurzen Plausch hinzu. Zwischenzeitlich saßen bis zu sechs Personen in dem geparkten Fahrzeug. Ein Passant überließ ihnen sogar seine halbe Pizza. Erst gegen fünf Uhr morgens fiel Krause in einen unruhigen Schlaf auf dem Fahrersitz.

Mit seiner Aktion will er zum Nachdenken anregen. „Wir haben über die vergangenen Jahrzehnte gelernt, dass ein Auto Freiheit bedeutet. Heute ist es nur noch unflexibel und raubt anderen Nutzungsmöglichkeiten den Platz.“ Parkflächen könne man zu breiteren Radwegen umbauen, davon würden auch die entlasteten Fußgänger profitieren. Doch nicht nur die sollten hier gefördert werden: „Hier auf der Venloer Straße scheinen alle Verkehrsteilnehmer Probleme zu haben, sicher und schnell zum Ziel zu kommen.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta