DER AKTIONÄR schlägt Warren Buffett

Thomas Bergmann
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DER AKTIONÄR schlägt Warren Buffett

Anders als bei "Let’s dance!", wo es auf die subjektive Wahrnehmung der Jurymitglieder ankommt, wer die Tanzshow als Sieger verlässt, ist es an der Börse sehr einfach zu beurteilen, wer besser ist. Am Aktienmarkt geben die nackten Zahlen Aufschluss darüber, ob ein Fondsmanager gut ist oder schlecht, ob er den Markt schlagen kann oder nicht.

Doppelt so gut wie der DAX 

Und die Fakten sprechen ganz klar für den AKTIONÄR Titan 20 Index. Seit Auflegung am 4. Januar 2016 hat das Kursbarometer einen Wertzuwachs von 37,6 Prozent verbucht (Stand: 27.6.). Die Benchmark, der DAX, hat im gleichen Zeitraum lediglich 19,3 Prozent geschafft. Der Euro Stoxx 50 kommt sogar nur auf 17,5 Prozent und damit nicht einmal auf die Hälfte.

Doch schlägt der Titan-Index auch Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire? Zugegeben, es ist ein relativ knappes Rennen, aber auch in diesem Vergleich haben die Titanen die Nase vorn. Die Berkshire B-Aktie kommt nämlich seit Anfang 2016 auf eine Rendite von 32,1 Prozent oder 11,9 Prozent pro anno. Auf annualisierter Basis sind das 180 Basispunkte weniger als beim AKTIONÄR-Index.

Geballte Börsenerfahrung

Verantwortlich für den AKTIONÄR Titan 20 Index ist ein Komitee, das sich – wie der Indexname vermuten lässt – aus leitenden Mitgliedern der Redaktion zusammensetzt. Die Redakteure sind zwar noch nicht ansatzweise so lange wie Buffett an der Börse aktiv, verfügen aber auch schon über im Schnitt 25 Jahre Börsenerfahrung. An jedem vierten Freitag in den Monaten März, Juni, September und Dezember entscheidet das Komitee darüber, ob es Änderungen im Titan-Index gibt oder die 20 Indexmitglieder weiter Bestand haben. 

Grundvoraussetzungen für eine Aufnahme in den Index sind zunächst einmal ein Listing im Stoxx Europe 600, im S&P 500 oder im Best of Gold Miners Index, eine Marktkapitalisierung von mindestens 1.000 Millionen Dollar sowie ein durchschnittlicher Handelsumsatz von drei Millionen pro Tag über einen Zeitraum von drei Monaten. Im Anschluss wird geschaut, welche Unternehmen die Auswahlkriterien für den Titan-Index erfüllen und ein anderes Unternehmen ersetzen könnten. Wie Buffett setzt DER AKTIONÄR größtenteils auf US-Unternehmen. Dies sollte nicht weiter verwundern, denn die USA sind immer noch die größte Volkswirtschaft der Welt mit ungeahnten Wachstumschancen, selbst für Großkonzerne wie Amazon und Co. Darüber hinaus kommen einfach die meisten Top-Konzerne aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Wie der Liste aber zu entnehmen ist, finden sich aber auch europäische Großkonzerne unter den Titanen. Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zu Buffett, der zu 95 Prozent heimische Firmen im Depot hat. Ferner hat das Team des AKTIONÄR frühzeitig auf die Tech-Rallye gesetzt, die der Börsenaltmeister, wie er selbst zugibt, verschlafen hat. Ein anderer großer Vorteil des Titan-Index ist die Flexibilität, viermal im Jahr Änderungen vornehmen zu können. Buffett kann nicht einfach aus seinen Positionen rein und raus.

Drei Wechsel

Bei der jüngsten Indexüberprüfung hat das Komitee drei Änderungen vorgenommen. Bank of America, Celgene und Continental haben die Erwartungen nicht erfüllt beziehungsweise stehen vor schwierigeren Zeiten. Im Gegenzug wurden Adobe Systems, Electronic Arts und UnitedHealth aufgenommen. Mehr dazu in den nächsten Ausgaben des AKTIONÄR.