Sind Aktiensplits gut für die Investoren?

Motley Fool Investmentanalyst

Dollarama (WKN:A0YCBU) verzeichnete kürzlich ein weiteres starkes Quartal. Neben den Quartalsergebnissen gab das Unternehmen auch den Vorschlag eines Aktiensplits im Verhältnis 1:3 bekannt. Die Dollarama-Aktionäre können damit rechnen, für jede Aktie, die sie besitzen, zwei zusätzliche Aktien zu erhalten. Der Medienmitteilung zufolge sind nur diejenigen „Aktionäre, die bei Geschäftsschluss am 14. Juni 2018 eingetragen sind, berechtigt, die beiden zusätzlichen Aktien zu erhalten“. Nutzt ein Split den Anlegern?

Es gibt einen Hauptgrund dafür, dass Unternehmen Aktiensplits durchführen, und zwar zur Verbesserung der Liquidität. Wenn der Aktienkurs eines Unternehmens für kleinere Investoren zu hoch wird, oder wenn er deutlich über dem seiner Mitbewerber liegt, führt ein Aktiensplit zu einer Wertminderung des Aktienkurses des Unternehmens. Daher kann ein Split den psychologischen Effekt haben, dass das Unternehmen für kleinere Investoren erschwinglicher ist, die wiederum mehr Aktien kaufen sollen.

Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sich die Liquidität nicht wirklich verbessert. In der Praxis sollte ein Split im Verhältnis 1:2 die Anzahl der gehandelten Aktien verdoppeln, wobei die Liquidität durch den Split erhöht werden soll.

Eine Studie, die die 30 größten US-Unternehmen nach aktueller Marktkapitalisierung untersuchte, die zwischen 2001 und 2010 einen Aktiensplit durchführten, offenbarte keinen signifikanten Nutzen. Genau die Hälfte der Unternehmen erzielte über einen Zeitraum von einem Jahr nach dem Split eine positive Rendite, die andere Hälfte eine negative.

Zwischen 2015 und 2017 gab es nur sehr wenige große, an der TSX notierte Unternehmen, die Aktiensplits durchgeführt haben. Andrew Peller (WKN:A0LCR6) wurde am 17. Oktober 2016 im Verhältnis 1:3 aufgeteilt. Im Folgejahr erzielte die Aktie ein Plus von 4,65 % und entwickelte sich damit schwächer als der Markt. Am 13. Mai 2015 wurde Brookfield Asset Management (WKN:A0HNRY) im Verhältnis 3:2 geteilt. Auch Brookfield entwickelte sich schlechter als der Markt und erzielte eine Jahresrendite von nur knapp 0,14 %. Am 6. April 2015 wurde die Keyera (WKN:A1H5DU) im Verhältnis 1:2 aufgesplittet. Hat das Unternehmen den Markt geschlagen? Nein. Leider verlor die Keyera-Aktie im Folgejahr rund 16 % ihres Wertes.

Entscheidend für die Anleger ist, dass ein Aktiensplit keinen wesentlichen Einfluss auf die finanzielle Situation des Unternehmens hat. Der zugrunde liegende Wert bleibt unverändert. Es besteht ein allgemeines Missverständnis, dass ein Split aufgrund erhöhter Liquidität zu einem Kursanstieg führt. Es gibt jedoch wenig Beweise, die diesen Gedanken unterstützen. Ein Aktiensplit sollte eigentlich ein neutrales Ereignis sein.

Jage keinen Aktiensplits hinterher

Obwohl sie verlockend sein mögen, sind Aktiensplits neutrale Ereignisse, die in erster Linie als Ablenkung dienen. Die Anleger sollten daher immer darauf achten, dass sie in ein Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten investieren. Lass dich nicht dazu verleiten, sinnlosen Ereignissen hinterherzujagen.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Brookfield Asset Management.

Dieser Artikel wurde von Mat Litalien auf Englisch verfasst und am 07.04.2018 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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