Die Aktienkurse steigen – darum warnt Blackrock trotzdem vor der nächsten Zinserhöhung

Auch wenn die Aktienkurse in der vergangenen Woche stark gestiegen sind, bleibt der Vermögensverwalter Blackrock bei Aktien aus Industrieländern untergewichtet. - Copyright: Jason Briscoe/Unsplash
Auch wenn die Aktienkurse in der vergangenen Woche stark gestiegen sind, bleibt der Vermögensverwalter Blackrock bei Aktien aus Industrieländern untergewichtet. - Copyright: Jason Briscoe/Unsplash

Die Aktienkurse sind in der vergangenen Woche stark gestiegen. Der MSCI World hat laut dem Vermögensverwalter Blackrock etwa ein Plus von 6,7 Prozent verzeichnet. Diese Nachricht sucht in der aktuellen Krise ihresgleichen. In diesem Jahr hat der Index zwischenzeitlich rund 20 Prozent eingebüßt (Stand Oktober 2022).

Der Grund für den nun rasanten Anstieg: Der US-Verbraucherpreisindex ist im Oktober weniger stark gestiegen als erwartet. Er stieg um 7,7 Prozent an – und legte damit um 0,5 Prozent weniger zu als im Vormonat September.

Gleichzeitig hat in den USA die Dynamik der Kerninflation etwas nachgelassen. Marktbeobachter hatten im Vorfeld erwartet, dass die Inflation gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent zulegen würde. Stattdessen verlangsamte sich der Anstieg auf 0,3 Prozent.

Blackrock gewichtet Aktien aus Industrieländern unter

Die Nachrichten schüren bei vielen Marktteilnehmern die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed ihre straffe Geldpolitik im Dezember wieder etwas abschwächen wird. Seit Beginn der Zinswende im Frühjahr hat die Fed die Zinsen bereits viermal erhöht, zuletzt auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent.

„Wir sind anderer Meinung und bleiben bei Aktien aus Industrieländern untergewichtet“, schreiben Jean Boivin, Wei Li, Alex Brazier und Kurt Reman vom Blackrock Investment Institute nun allerdings in einem Marktkommentar. Angesichts der hartnäckigen Kerninflation dürfte die Fed demnach weiterhin die Geldpolitik straffen.

Auch laut Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Osteuropa bei Blackrock, könnte der gegenwärtige Optimismus an den Aktienmärkten verfrüht sein. „Denn zumindest eine tiefe Rezession […] würde bedeuten, dass die Gewinnschätzungen nach wie vor zu hoch sind“, so Lück. Damit würden weitere Preisrücksetzer drohen.

Disclaimer: Aktien, Kryptowährungen und Investments sind grundsätzlich mit Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten. Sie ersetzen auch nicht eine fachliche Beratung.

AHA