Aktien Wien Schluss: Satte Gewinne im Feiertagshandel

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WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat den Feiertagshandel am Mittwoch mit sehr starken Kursgewinnen beendet. Der heimische Leitindex ATX baute seine Gewinne im Tagesverlauf stetig aus und ging schließlich um 2,62 Prozent fester bei 2873,12 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste ATX Prime stieg um 2,48 Prozent auf 1457,70 Einheiten. Auch international ging es deutlich nach oben.

Im Blick standen an den Märkten vor allem die beiden Stichwahlen im US-Bundesstaat Georgia um zwei Senatssitze, bei denen es um die Kontrolle in der wichtigsten US-Parlamentskammer geht. Wenngleich noch keine offiziellen Endergebnisse vorlagen, zeichnete sich in beiden Fällen Siege der demokratischer Herausforderer über die republikanischen Amtsinhaber ab.

Dies würde ermöglichen, dass Joe Biden "durchregiere", kommentierte Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners mit Verweis auf den künftigen US-Präsidenten. Da sich die Demokraten für umfangreichere Covid-19-Hilfspakete stark machten, könnte dies schnellere und größere Hilfen garantieren. "Und neue Finanzspritzen sind an den Börsen immer willkommen."

Bei den Einzelwerten wurden die am Vortag noch schwachen Bankaktien nun nachgefragt. Die Anteilsscheine der Raiffeisen Bank International (RBI) stiegen als stärkster ATX-Wert um 4,69 Prozent, die Papiere der Erste Group gewannen 3,35 Prozent und die Titel der BAWAG legten 3,08 Prozent zu.

Im Spitzenfeld notierten außerdem die Ölwerte Schoeller-Bleckmann (plus 4,44 Prozent) und OMV (plus 3,09 Prozent). Sie profitierten von den zweiten Tag in Folge steigenden Ölpreisen. Saudi-Arabien will mit neuen Kürzungen seiner Ölproduktion die meisten der Staaten in der OPEC+ zu einem Verzicht auf eine Erhöhung der Förderung bewegen, war am Vorabend bekannt geworden.

Weniger gefragt waren dagegen die ATX-Werte aus der Immobilienbranche. Die Titel von s Immo (plus 0,12 Prozent) und CA Immo (plus 0,16 Prozent) traten im sehr starken Umfeld weitgehend auf der Stelle. Die Papiere der Immofinanz legten zwar 0,60 Prozent zu, blieben damit aber ebenfalls weit hinter dem Gesamtmarkt zurück. Die Immobilientitel dürften von den steigenden Zinsen am Anleihemarkt belastet worden sein. Dieser reagierte auf die mögliche Senatsmehrheit der US-Demokraten, die größere Konjunkturpakete möglich machen würde.