Aktien Wien Schluss: Gewinne - Erneut weniger Gas über Nord Steam 1

WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat sich am Montag mit Gewinnen aus dem Handel verabschiedet. Die klaren Aufschläge vom Nachmittag wurden allerdings nicht zur Gänze gehalten. Der ATX steigerte sich bis Handelsschluss um 1,08 Prozent auf 2975,45 Einheiten. Der ATX Prime gewann 1,03 Prozent auf 1502,68 Zähler.

Im Späthandel stand das Thema "europäische Energiesicherheit" wieder im Fokus. So hat der russische Gaskonzern Gazprom die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 weiter gesenkt. Vom 27. Juli an, um 6.00 Uhr MESZ, würden noch 20 Prozent oder 33 Millionen Kubikmeter Gas täglich durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fließen, teilte das Unternehmen mit. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine, hieß es.

Vor diesem Hintergrund dürften die Blicke auf die Aktien des Öl- und Gaskonzerns OMV gefallen sein. Sie verteuerten sich am heutigen Handelstag um 1,0 Prozent. Die Titel des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann steigerten sich um 1,4 Prozent.

Im wichtigen Bankensektor gewannen indes die Aktien der Raiffeisen Bank International 4,0 Prozent. Für die Anteile an der Erste Group ging es um 2,4 Prozent hinauf und BAWAG steigerten sich um 0,4 Prozent. Finanztitel konnten zur Wochenmitte europaweit zulegen.

Nachgefragt waren zudem Verbund-Aktien mit plus 0,9 Prozent bei 107,4 Euro. Laut Medienberichten meldeten sich die Analysten von Barclays mit einer Studie zum Verbund zu Wort und hoben die Bewertung des Wertpapiers von "Equal Weight" auf "Overweight" an. Das neue Kursziel liegt bei 126 Euro nach zuvor 98 Euro.

Unter den weiteren Einzelwerten konnten zudem die Aktien der FACC um 1,9 Prozent zulegen. Die Wertpapiere des Flugzeugzulieferers dürften wohl unter anderem von einem Großauftrag beim Kunden Airbus profitiert haben.

Dass die Stimmung in der deutschen Wirtschaft sich im Juli deutlich verschlechtert hat, konnte die Kauflaune der Anleger an den Märkten nicht nachhaltig trüben. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im Monatsvergleich um 3,6 Punkte auf 88,6 Zähler, wie das Institut mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2020. Experten hatten zwar mit einer Eintrübung gerechnet, im Schnitt allerdings nur einen Rückgang auf 90,1 Punkte erwartet.

Für den Rest der Woche dürfte vor allem die US-Zinsentscheidung im Fokus stehen, nachdem in der Vorwoche die Themen Italien-Regierungskrise, europäische Energiesicherheit und EZB-Zinssitzung das Handelsgeschehen regiert haben. Die Federal Reserve wird ihren Zinssatz wohl um 75 Basispunkte erhöhen. Zudem werden BIP-Daten zum zweiten Quartal aufzeigen, ob die USA sich einer technischen Rezession befinden.

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