Aktien Wien Schluss: Bankwerte mehrheitlich fester

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WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag mit positiven Vorzeichen beendet. Der Leitindex ATX konnte nach zwei Verlusttagen in Folge um 0,23 Prozent auf 3689,19 Einheiten zulegen. Der breiter gefasste ATX Prime gewann ebenfalls 0,23 Prozent auf 1862,76 Punkte. Der heimische Markt startete zunächst freundlich in die Sitzung, kurz nach Mittag ging ihm aber die Luft aus und er wechselte ins negative Terrain.

Nach Vorlage des US-Arbeitsmarktberichts, auf den die heimischen Aktienbarometer zunächst noch verhalten reagiert hatten, ging es dann doch noch klar bergauf. Die Signale aus den USA fielen allerdings gemischt aus: In den USA wurden im September deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 194 000 Stellen dazu, Analysten hatten mit einem Zuwachs von im Schnitt 500 000 Stellen gerechnet. Allerdings wurde die Beschäftigungsentwicklung in den beiden Vormonaten um insgesamt 169 000 Stellen nach oben revidiert.

Die Arbeitslosenquote fiel hingegen gegenüber August um 0,4 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent. Experten hatten hier mit einem wesentlich geringeren Rückgang auf 5,1 Prozent gerechnet. Die angesichts der steigenden Inflation viel beachteten Löhne sind im September stärker gestiegen als erwartet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent, Analysten hatten im Schnitt einen Lohnzuwachs um 0,4 Prozent erwartet.

Den aktuellen US-Daten kommt große Bedeutung zu, da die Fed bei ihrer geldpolitischen Ausrichtung die Entwicklung am Arbeitsmarkt als wichtigen Gradmesser erachtet. Der Rückgang der Arbeitslosenquote und der beschleunigte Anstieg der Stundenlöhne sprechen laut Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg, dafür, dass die US-Notenbank Fed wie signalisiert, bald mit dem Ausstieg aus ihrer sehr lockeren Geldpolitik beginnen dürfte.

In Wien standen Ölwerte im Fokus der Anleger. Die OMV hat im dritten Quartal eine deutlich höhere Raffinerie-Marge und teils ähnlich hohe Petrochemie-Margen wie im Vierteljahr davor verzeichnet. Die Öl- und Gasproduktion lag von Juli bis September zwar über dem Vorjahreszeitraum, aber etwas tiefer als im Vorquartal. Gegenüber dem zweiten Quartal stiegen sowohl die Retail-Margen als auch die Commercial-Margen, erklärte die OMV in ihrem Zwischenbericht (Trading Statement). Die Papiere der OMV kletterten um 0,62 Prozent nach oben.

Zudem haben die Ölpreise am Freitag spürbar zugelegt, ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent hatte zwischenzeitlich wieder mehr als 83 Dollar gekostet. Haupttreiber der Rohölpreise bleibt die angespannte Versorgungslage. Die Papiere von Schoeller-Bleckmann schlossen um kräftige 3,51 Prozent höher.

Fester zeigten sich auch Semperit und legten um 3,58 Prozent zu. Bankwerte schlossen mehrheitlich mit klaren Zugewinnen. BAWAG (plus 1,51 Prozent), Raiffeisen Bank International (plus 1,95 Prozent) und auch Addiko Bank (plus 2,89 Prozent) zogen deutlich an, gegen den Branchentrend gingen Erste Group mit einem Minus von 1,07 Prozent ins Wochenende.

Wienerberger-Titel verteuerten sich um 1,29 Prozent. Der Baustoffkonzern hat die Übernahme des US-Ziegelproduzenten Meridian Brick abgeschlossen. Mit über 1.100 Mitarbeitern und mehr als 1,1 Milliarden produzierten Ziegeln jährlich ist das in Georgia beheimatete Unternehmen laut Wienerberger kapazitätsmäßig der größte Produzent von Fassadenlösungen in den USA und verfügt darüber hinaus über eine starke Marktposition in Kanada.kat/ste/APA/ngu

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