Aktien Wien Schluss: ATX startet nach Negativserie Erholung

WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag mit kräftigen Kursgewinnen beendet und damit der bereits vier Tage dauernden Negativserie ein Ende gesetzt. Der österreichische Leitindex ATX kletterte um 1,74 Prozent auf 2862,45 Zähler. Der breiter gefasste ATX Prime legte um 1,68 Prozent auf 1449,33 Einheiten zu.

Trotz schwächelnder chinesischer Konjunkturdaten lagen der Wiener Markt ebenso wie das europäische Börsenumfeld von Sitzungsbeginn an klar im Plus. Vor dem Hintergrund strenger Corona-Maßnahmen stieg das Wirtschaftswachstum in China im zweiten Quartal nur noch um 0,4 Prozent, im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um 4,8 Prozent gewachsen.

Im Verlauf konnte der ATX seine Kursgewinne zunächst halten und teilweise ausbauen, ein kräftiger Schub nach oben kam dann von einer starken Eröffnung an der Wall Street. Dort stützten überwiegend positiv ausgefallene Konjunkturdaten. So ist die US-Verbraucherstimmung trotz der hohen Inflation im Juni überraschend gestiegen, und auch die Stimmung der Industrieunternehmen im US-Bundesstaat New York hat sich deutlich verbessert. Die US-Einzelhandelsumsätze kletterten ebenfalls stärker als erwartet, die US-Industrie dagegen hat ihre Produktion im Juni überraschend deutlich zurückgefahren.

In der abgelaufenen Börsenwoche lasteten vor allem Inflationsängste und daraus resultierende Spekulationen um eine noch aggressivere Zinspolitik der US-Notenbank auf der Stimmung der Anleger. Der Präsident des Fed-Bezirks Atlanta, Raphael Bostic, sprach sich zuletzt aber dagegen aus, die Zinsen "zu drastisch" anzuheben. Auch Fed-Direktor Christopher Waller und James Bullard, regionaler Fed-Chef von St. Louis, favorisierten anstatt einer zuletzt an den Märkten diskutierten Anhebung um einen ganzen Prozentpunkt eher einen Schritt um 0,75 Punkte.

In Wien standen die Papiere der Voestalpine im Fokus. Der Stahlkonzern hat im ersten Quartal 2022/23 einen Umsatz von 4.647 Millionen Euro erreicht, das Betriebsergebnis (Ebit) wurde mit 691 Millionen Euro beziffert, das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) lag bei 877 Millionen Euro und damit "signifikant über der Markterwartung". Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von etwa 2 Milliarden Euro - der bisherige Ausblick lag zwischen 1,8 und 2 Milliarden Euro.

"Der Ausblick impliziert, dass die derzeit nur schwer quantifizierbaren Risiken (Konjunkturentwicklung, Lieferkettenstörungen, Nachfrageentwicklung, Rohstoff- und Energiekosten und die Angebotssicherheit von Gas in Europa) bewältigbar bleiben", schreiben die Analysten der Baader Bank in einer Reaktion. Die Aktien der Voestalpine schlossen um 2,3 Prozent fester.

Bei der Bawag ging es nach einem freundlichen Analystenkommentar nach oben. Die Deutsche Bank empfiehlt die Papiere in einer Ersteinschätzung mit "Buy". Außerdem wurde die österreichische Bank in die Liste der Top Picks der europäischen Banken aufgenommen und ersetzt dort die Erste Group. Das Kursziel wurde mit 73 Euro festgesetzt. Die Titel der Bawag reagierten mit einem Aufschlag von 2,2 Prozent auf 38,68 Euro. Auch die Branchenkollegen Erste Group (plus 1,40 Prozent) und Raiffeisen Bank International (plus 0,3 Prozent) schlossen fester.

Mit einem Kursgewinn von 1,5 Prozent auf 40,70 Euro gingen Andritz ins Wochenende. Die Analysten von Deutsche Bank Research haben das Kursziel für die Papiere von 63 auf 57 Euro zurückgenommen, die Anlageempfehlung lautet aber weiterhin "Buy".

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