Aktien Wien Schluss: ATX mit plus 2,92 Prozent sehr fest

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WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Dienstag deutliche Kursgewinne verbuchen können. Der ATX stieg satte 60,75 Punkte oder 2,92 Prozent auf 2144,63 Einheiten. Auch das internationale Umfeld zeigte sich am Tag der US-Präsidentschaftswahlen klar im grünen Bereich.

Der Ausgang des Rennens zwischen Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden ist ungewiss. Umfragen sprechen dem Herausforderer Biden einen Vorteil zu. Aufgrund der geringen Treffsicherheit der Vorhersagen in der Wahl 2016, als Donald Trump überraschend gewann, ist die Unsicherheit aber hoch. Laut einem Analysten wäre ein klares Wahlergebnis in den USA das ideale Szenario für die Märkte.

Zu den Aktien im Blickpunkt zählten AT&S, die nach Vorlage von Ergebnissen einen Kurssprung um 11,66 Prozent verbuchen konnten. Der steirische Leiterplattenhersteller ist gut durch die Coronakrise gekommen und wächst weiterhin kräftig. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2020/21 sind Umsatz und operatives Ergebnis um je ein Zehntel gestiegen. Für das Gesamtjahr erwartet AT&S ein Umsatzplus von rund 15 Prozent.

Der Konzern hält an seiner Mittelfrist-Prognose fest. Der Umsatz soll bis 2025 auf 2 Milliarden Euro steigen, die Zahl der Mitarbeiter weltweit auf rund 13.500 steigen, sagte Konzern-Chef Andreas Gerstenmayer bei der Online-Halbjahrespressekonferenz.

Gute Nachfrage gab es auch bei den heimischen Bankwerten zu beobachten, die in einem starken europäischen Branchenumfeld klare Zugewinne verbuchen konnten. So zogen Bawag um 5,54 Prozent an. Die Anteilsscheine von Raiffeisen und der Erste Group gewannen um jeweils gut vier Prozent an Wert.

Unter den weiteren Indexschwergewichten verbesserten sich OMV um 4,81 Prozent und Wienerberger legten um 3,96 Prozent zu. Der Baustoffhersteller übernimmt den niederländischen Anbieter von Web- und Cloud-basierten Technologien Inter Act. Mit dem Zukauf soll das Segment Piping Solutions, also das Rohrgeschäft, um digitale Services ergänzt werden. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, der Zukauf trage aber sofort zum Nettogewinn des Unternehmens bei.

Zu den wenigen Verlierern zählten hingegen Agrana, die nach volatilem Verlauf 0,26 Prozent schwächer bei 15,50 Euro schlossen. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben ihr Anlagevotum "Hold" bestätigt. Das Kursziel wurde von 20,00 auf 17,50 Euro nach unten revidiert.

Die oberösterreichische Polytec trennt sich von ihrer Kunststoffsparte und will sich künftig ausschließlich auf das Kerngeschäft der Autozulieferung konzentrieren. Ihre Geschäftsanteile an der Polytec Industrial Plastics GmbH gehen an Mitgesellschafter Peter Stinshoff. Der entsprechende Kaufvertrag sei heute abgeschlossen worden. Der Deal soll einen einmaligen Cash-Effekt von etwa 17 Millionen Euro bzw. einen Ergebniseffekt von rund 14 Millionen Euro nach sich ziehen, so die Erwartung. Polytec-Aktien zeigten sich um 1,85 Prozent befestigt.