Aktien Wien Schluss: ATX hält gegen schwachen Europa-Trend

dpa-AFX

WIEN (dpa-AFX) - Nach starken heimischen Konjunkturdaten hat die Wiener Börse am Freitag höher geschlossen und sich gegen das schwache europäische Umfeld gestemmt. Der ATX stieg um 0,47 Prozent auf 3.393,23 Punkte.

Österreichs Aufschwung hält an. Im 3. Quartal war das Bruttoinlandsprodukt in Österreich um 0,8 Prozent gestiegen, gestützt von der Entspannung am Arbeitsmarkt. Unterdessen hatte die französische Industrie im September etwas stärker als erwartet zugelegt. Die britischen Firmen hatten ihre Produktion im September sogar so kräftig gesteigert wie in diesem Jahr noch nie. Hingegen hatte die italienische Industrie ihre Produktion im September deutlich zurückgefahren.

Am Nachmittag enttäuschten die Daten zum Michigan Sentiment in den USA. Das vorläufige US-Verbrauchervertrauen war im November auf 97,8 Zähler zurückgegangen, nach 100,7 Punkten im Oktober.

Branchenseitig legten die Bankwerte in Wien zu. BAWAG stiegen um 1,3 Prozent. Auch Erste Group (plus 0,9 Prozent) und Raiffeisen (plus 1,5 Prozent) konnten Kursgewinne verbuchen.

Mit Aufschlägen gingen auch die Lenzing-Aktien mit einem Plus von 0,9 Prozent aus dem Handel. Die Baader-Analysten erwarten "sehr starke" Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal rechnen die Experten mit einem Anstieg des Umsatzes von 5,8 Prozent auf 575,2 Millionen Euro. Mitte kommender Woche öffnet der Faserhersteller seine Bücher.

OMV gewannen 0,7 Prozent auf 53,0 Euro. Die Analysten von Credit Suisse hatten ihr Kursziel für die Aktien des Ölriesen in Folge der Geschäftszahlen zum dritten Quartal deutlich von 37,0 auf 45,0 Euro angehoben. Zwar war der Umsatz etwas zurückgegangen, aber das Ergebnis war deutlich verbessert worden.

Hingegen gaben Wienerberger um 0,9 auf 19,82 Euro nach. Die Berenberg-Experten hatten ihr Votum mit "Hold" und das Kursziel bei 20,0 Euro für die Aktien des Baustoffkonzerns bestätigt. Ihren Ausblick für 2017 hatten sie zwar verringert, allerdings würde dies ausgeglichen durch eine positive Sicht auf den Sektor "Pipe und Pavers" in Osteuropa in späteren Jahren.

Nach Vorlage der Halbjahreszahlen von Voestalpine (minus 0,55 Prozent) hatten die Analysten von Credit Suisse ihr Votum bei "Neutral" sowie ihr Kursziel bei 50,0 Euro beibehalten. Zur Jahreswende sehen sie Potenzial für fallende Einkaufskosten für Eisenerz, was der europäischen Industrie zu Gute kommen dürfte.