Aktien Wien Schluss: ATX gewinnt binnen zwei Tagen über elf Prozent

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WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat am Dienstag den zweiten Handelstag in Folge mit deutlichen Kursgewinnen geschlossen. Nach dem kräftigen Kurssprung vom Wochenbeginn legte der österreichische Leitindex ATX <AT0000999982> nun weitere 3,43 Prozent auf 2396,42 Punkte zu. Damit ist er in der erst zwei Tage andauernden Handelswoche bereits um mehr als elf Prozent gestiegen.

Die Hoffnung auf einen baldigen Covid-19-Impfstoff hatte den ATX am Montag um 7,60 Prozent nach oben schießen lassen. Das deutsche Pharmaunternehmen Biontech <US09075V1026> und sein US-Partner Pfizer <US7170811035> hatten erfolgreiche Daten aus der für eine Zulassung entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff vorgelegt.

Bei den Einzelwerten waren wie schon am Vortag die konjunktursensiblen Ölwerte und Bankaktien stark gefragt. Im Ölbereich stiegen die Titel der OMV <AT0000743059> um 10,28 Prozent, und die Papiere von Schoeller-Bleckmann legten 6,41 Prozent zu. Bei den Banken gewannen die Anteilsscheine der Erste Group <AT0000652011> 6,56 Prozent, die Raiffeisen-Aktien 4,95 Prozent und die Bawag-Titel <AT0000BAWAG2> 4,88 Prozent.

Außerhalb des Leitindex schossen die Titel des Luftfahrtzulieferers FACC um mehr als 22 Prozent nach oben. Die Luftfahrtbranche gilt als einer der von der Coronakrise am stärksten betroffenen Sektoren und könnte dementsprechend von einem bald verfügbaren Impfstoff besonders profitieren.

Erneut stark nachgefragt wurden außerdem die Flughafen-Wien-Papiere mit einem Plus von 5,28 Prozent. Die Hoffnungen auf einen Covid-19-Impfstoff hatten sie bereits am Vortag um knapp 15 Prozent anziehen lassen. Die Do&Co-Titel kamen dagegen leicht von ihren starken Vortagesgewinnen zurück und verloren 5,37 Prozent. Ihr Kurs war am Montag um mehr als 34 Prozent nach oben geschossen.

Im Plus endete der Handelstag nach einer Berg- und Talfahrt für die Aktien der Voestalpine <AT0000937503>, die schließlich mit einem Plus von 0,95 Prozent aus dem Handel gingen. Der Stahlkonzern ist im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 zwar tief in die roten Zahlen gerutscht. Gleichzeitig ist es nach Unternehmensangaben aber im zweiten Geschäftsquartal zu einer spürbaren Erholung in wesentlichen Branchen gekommen.

Daneben lagen neue Analysteneinschätzungen vor. So hat die Berenberg Bank ihr Kursziel für die Wienerberger-Aktien <AT0000831706> von 27,00 auf 30,00 Euro erhöht und ihre "Buy"-Empfehlung bestätigt. Die Titel des Baustoffherstellers legten 1,50 Prozent auf 24,32 Euro zu.

Unterdessen bestätigte die Baader Bank ihre "Buy"-Empfehlung und ihr Kursziel von 42,00 Euro für die Aktien von Andritz <AT0000730007> nach deren jüngster Zahlenvorlage. Deren Kurs stieg um 3,74 Prozent auf 33,80 Euro.

Die Raiffeisen Centrobank (RCB) wiederum erhöhte ihr Kursziel für die Polytec-Aktien von 7,00 auf 8,00 Euro und bekräftigte ihre "Buy"-Empfehlung. Die Titel des Autozulieferers gewannen 4,00 Prozent auf 6,24 Euro.

Erneut stark unter Druck standen die Semperit-Aktien mit einem Minus von 7,73 Prozent. Sie waren bereits am Vortag um knapp achteinhalb Prozent abgerutscht. Zuvor hatte das Unternehmen noch am Freitag das dritte Mal in diesem Jahr seine Prognose erhöht. Der Gummiverarbeiter hat in der Coronakrise von der hohen Nachfrage nach medizinischen Schutzhandschuhen profitiert. Angesichts der Signale für einen bald verfügbaren Covid-19-Impfstoff könnte diese in absehbarer Zeit jedoch wieder fallen.