Aktien Wien Schluss: ATX bricht weiter ein

WIEN (dpa-AFX) - Der Wiener Aktienmarkt ist am Montag mit massiven Kursverlusten aus dem Handel gegangen. Der ATX schloss um satte 209,34 Punkte oder 10,46 Prozent tiefer bei 1791,42 Punkten. Damit hat der österreichische Leitindex allein seit Jahresbeginn rund 44 Prozent an Wert eingebüßt und ist auf den tiefsten Stand seit Dezember 2011 gesunken. Verantwortlich für die herben Abschläge dürfte einmal mehr die Verunsicherung durch das Coronavirus sein.

Weltweit drückten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus die Aktienmärkte weit in die Verlustzone. Um die Pandemie auszubremsen, haben Staaten inzwischen teilweise ihre Grenzen geschlossen, die wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten weitgehend beschränkt und so beispielsweise den Flugverkehr weitgehend zum Erliegen gebracht. Dies trübte die Geschäftsaussichten quasi aller Unternehmen in den betroffenen Ländern.

Andererseits konnten weder angekündigte Hilfsmaßnahmen durch Regierungen noch geldpolitische Lockerungen von der Fed über die Bank of Japan bis hin zu chinesischen Währungshütern die Sorgen der Anleger und Unternehmen abfangen. Die Hälfte der im ATX gelisteten Konzerne verbuchten zum Wochenstart Tagesverluste im zweistelligen Bereich. Besonders stark verbilligten sich die Aktien von Immofinanz (minus 17,0 Prozent), DO & CO (minus 14,0 Prozent) und der OMV (minus 13,73 Prozent).

Angesichts der Turbulenzen rund um die Pandemie rückten Zahlenvorlagen und Analysteneinschätzungen tendenziell in den Hintergrund. Die Wertpapierexperten der Erste Group und der Raiffeisen Centrobank rechnen für die am morgigen Dienstag anstehenden Zahlen zum vierten Quartal 2019 des heimischen Versicherungskonzerns Vienna Insurance Group mit einem Anstieg bei den verrechneten Prämien. Das Ergebnis vor Steuern sehen die Analysten im Mittel jedoch etwas geringer als im Vorjahreszeitraum. Die Aktien der VIG gingen zum Wochenstart mit einem 10,0 Prozent aus dem Handel.

Unterdessen haben die Analysten von Goldman Sachs ihr Kursziel für die Aktien der Österreichischen Post von 32 auf 30 Euro gesenkt. Die Verkaufsempfehlung für die Papiere wurde mit "Sell" bestätigt. Während die Jahresergebnisse 2019 im Rahmen der Erwartungen ausfielen, legte die Post der Investmentbank zufolge einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020 vor, der leicht unter den durchschnittlichen Expertenerwartungen liegt. Dieser beinhalte außerdem noch nicht die zu erwartenden negativen Auswirkungen durch die Coronavirus-Krise, welche laut dem Wertpapierexperten das Postgeschäft stark belasten könnte. Die Post-Papiere verbilligten sich im extrem schwachen Umfeld um 6,36 Prozent auf 27,25 Euro.

Die Analysten der Berenberg Bank haben ihr Kursziel für die Papiere des heimischen Faserherstellers Lenzing von 55,0 auf 45,0 Euro gesenkt. Das "Hold"-Anlagevotum wurde hingegen bestätigt. Die Lenzing-Titel gaben um 7,26 Prozent auf 37,54 Euro nach.