Aktien Osteuropa Schluss: Uneinheitlich - Warschauer Börse schwach

dpa-AFX

BUDAPEST/WARSCHAU/PRAG//MOSKAU (dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben am Donnerstag ein weiteres Mal uneinheitlich geschlossen. Während die Börse in Polen erneut nachgab, legten die Aktienmärkte in Ungarn, Tschechien und Russland zu.

In Warschau sank der Wig-30 um 1,26 Prozent auf 2866,05 Punkte. Der breiter gefasste Wig fiel um 1,07 Prozent auf 63 923,62 Einheiten. Unter Druck gerieten nach vorgelegten vorläufigen Zahlen die Aktien des Schuheinzelhändlers CCC. Sie brachen um 6,59 Prozent ein. Im dritten Quartal hatte das Unternehmen zwar einen Gewinnanstieg verzeichnet, Anleger hatten aber noch bessere Zahlen erwartet. Auch die Titel der Alior Bank zeigten sich nach der Zahlenvorlage mit minus 1,34 Prozent schwach.

Der Kupferkonzern KGHM fragte bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) einen 900 Millionen Zloty schweren Kredit an. Das Geld soll unter anderem in die Modernisierung der Maschinen gesteckt werden. Die Aktien gaben um 0,58 Prozent nach.

In Budapest stieg der ungarische Leitindex Bux hingegen um 0,38 Prozent auf 40 273,66 Zähler. Das Handelsvolumen belief sich auf 26,8 (Vortag: 18,8) Milliarden Forint. Die ungarische Wirtschaft befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Prognosen der Europäischen Kommission zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr um 3,7 Prozent und im nächsten Jahr um 3,6 Prozent zulegen. Auch Inflationszahlen wurden veröffentlicht: Die Verbraucherpreise waren im Oktober im Jahresvergleich um 2,2 Prozent gestiegen. Damit schwächte sich der Preisauftrieb etwas ab, denn im September hatte die Inflationsrate noch bei 2,5 Prozent gelegen.

Auf Unternehmensseite rückten die Anteile von Richter Gedeon nach vorläufigen Quartalszahlen in den Mittelpunkt und stiegen um 0,98 Prozent. Im dritten Jahresviertel war der Nettogewinn des Pharmakonzerns um 14 Prozent gestiegen, der Umsatz hatte um 11 Prozent zugelegt.

Magyar Telekom gewannen 1,25 Prozent. Die Nachricht, dass das Unternehmen nach einer Gesetzesänderung 20 Prozent seiner Kunden im Guthabenkartenbereich verloren hat, belastete nicht. Die meisten Kunden seien ohnehin inaktiv gewesen, sagte der Finanzchef. Das Gesetz soll der Terrorismusbekämpfung dienen und sieht vor, dass Telekomunternehmen auch bei Guthabenkartenbesitzern Identitätsprüfungen vornehmen müssen.

In Prag stieg der tschechische Leitindex PX um 0,61 Prozent auf 1060,53 Punkte. Das Handelsvolumen lag bei 0,50 (Vortag: 0,49) Milliarden tschechischen Kronen. Stärkster Wert im PX waren nach vorläufigen Zahlen die Aktie des Glücksspielkonzerns Fortuna mit einem Plus von 3,44 Prozent. In den ersten neun Monaten 2017 war der Nettogewinn zwar um 18 Prozent gesunken, allerdings waren die Wettumsätze um fast 70 Prozent gestiegen.

Zweitstärkster Wert war das Papier der Moneta Money Bank mit einem Kursanstieg von 2,47 Prozent. Das Finanzinstitut hatte nach neun Monaten einen konsolidierten Nettogewinn von 3,1 Milliarden Kronen verzeichnet. Im Gesamtjahr soll er sich auf 3,9 Millionen Kronen belaufen.

In Moskau legte das Börsenbarometer RTSI nach dem kräftigen Plus von mehr als 3 Prozent am Dienstag und einem weiteren kleinen Plus am Mittwoch erneut zu. Diesmal gewann der RTSI 0,96 Prozent auf 1161,38 Zähler.