Aktien Osteuropa Schluss: Überwiegend weitere Gewinne - Polens Börse mit Verlust

MOSKAU/BUDAPEST/PRAG/WARSCHAU (dpa-AFX) - Die meisten osteuropäischen Börsen haben am Mittwoch an ihre kräftigen Vortagesgewinne angeknüpft. Ungeheure Hilfspakete der Regierungen, nicht zuletzt der USA, im Kampf gegen die Folgen der Coronavirus-Krise sorgten für wieder wachsenden Optimismus. Nur die polnische Börse verzeichnete moderate Verluste.

Der russische Leitindex RTSI <RU000A0JPEB3> legte um 1,70 Prozent auf 981,69 Punkte zu, nachdem er am Vortag um mehr als 9 Prozent nach oben geschossen war.

In Prag stieg der Leitindex PX <XC0009698371> um 1,62 Prozent auf 807,65 Punkte. Er hatte am Vortag um satte 7,7 Prozent zugelegt. Das Handelsvolumen betrug 1,23 Milliarden (Vortag: 0,96) Milliarden tschechischen Kronen. Für den PX war es bereits der fünfte von sechs Handelstagen mit Erholungsgewinnen. Allerdings war der tschechische Leitindex von der Corona-Krise belastet noch vor einer Woche auf den tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt gesackt.

Unter den Schwergewichten rutschte entgegen der allgemein positiven Stimmung die Aktie der österreichischen Bank Erste Group <AT0000652011> um 6,8 Prozent ab. Das Geldinstitut "überprüft" seinen Dividendenvorschlag für 2019 in Höhe von 1,50 Euro je Aktie und verschiebt die für den 13. Mai geplante Hauptversammlung.

Die Branchenkollegen Komercni Banka <CZ0008019106> und Moneta Money Bank indes legten um 1,0 Prozent beziehungsweise 3,2 Prozent zu. Die Aktie des Energieunternehmens CEZ <CZ0005112300> gewann 1,1 Prozent. Die Papiere des Softwareunternehmens Avast sprangen um weitere 14 Prozent hoch.

Ins Blickfeld rückte auch ein neuer Budgetplan für Tschechien. Wegen der Coronavirus-Pandemie verfünffacht das Land sein für dieses Jahr geplantes Haushaltsdefizit. Es steigt von 40 Milliarden Kronen (knapp 1,5 Mrd Euro) auf 200 Milliarden Kronen (rund 7,3 Mrd Euro). Das Abgeordnetenhaus in Prag stimmte der Änderung in einer Notsitzung in der Nacht zum Mittwoch zu. Grund sind sinkende Einnahmen wegen des Rückgangs der wirtschaftlichen Aktivität und steigende Ausgaben im Kampf gegen das neuartige Virus.

In Budapest rückte der Leitindex Bux <XC0009655090> um 0,23 Prozent auf 32 690,45 Punkte vor. Das Handelsvolumen belief sich auf 19,5 (Vortag: 16,4) Milliarden ungarische Forint.

Unter den Schwergewichten in Ungarn rutschte die Aktie der Ölgesellschaft Mol <HU0000068952> um 4,6 Prozent ab. Die Erholung der Ölpreise ist vorerst wieder beendet, womit Experten allerdings gerechnet haben. Die Papiere der OTP Bank <HU0000061726> gewannen drei Prozent. Magyar Telekom <HU0000073507> schlossen mit plus 1,4 Prozent. Die Pharmaaktie Richter Gedeon <HU0000123096> stieg um 1,2 Prozent.

Die Warschauer Börse schloss indes schwächer. Der Wig-30 <PL9999999375> sank um 0,54 Prozent auf 1666,52 Punkte. Der breiter gefasste Wig gab um 0,33 Prozent auf 40 144,28 Punkte nach. Die Schwankungen am polnischen Aktienmarkt gingen damit weiter. Am Vortag wurden noch klare Zuwächse verzeichnet, nachdem es zum Wochenauftakt deutlich abwärts gegangen war.

Unter den Schwergewichten Polens sanken die Titel der größten heimischen Bank PKO um 2,1 Prozent. Die Papiere der Bank Pekao legten dagegen um 1,3 Prozent zu. Die Aktien des Versicherers PZU sanken um 2,4 Prozent. Die Anteile der Ölgesellschaft PKN Orlen stiegen um 2,2 Prozent und die des Kupferherstellers KGHM um 0,9 Prozent.