Aktien New York: Verluste eingedämmt - 'Beige Book' beruhigt Zinsangst

NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed ("Beige Book") sind die Verluste an den US-Börsen am Mittwoch deutlich geschrumpft. Zuvor hatten starke heimische Konjunkturdaten Ängste vor einer aggressiven geldpolitischen Straffung geweckt.

Der Dow Jones Industrial <US2605661048> war nach einem freundlichen Start schnell ins Minus gerutscht. Nach zeitweise deutlicheren Abschlägen verlor er zuletzt aber nur noch 0,23 Prozent auf 32 913,72 Punkte. Damit knüpfte der Leitindex an seinen moderaten Kursrücksetzer vom Dienstag an - davor hatte er sechs Handelstage in Folge zugelegt und sich so von einem Tief seit März 2021 erholt. Der marktbreiten S&P 500 <US78378X1072> sank um 0,24 Prozent auf 4122,25 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> verzeichnete noch ein Minus von 0,05 Prozent auf 12 636,19 Zähler.

Dem Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) zufolge verbesserte sich die Stimmung in der US-Industrie im Mai überraschend. Volkswirte hatten hingegen mit einer Stimmungseintrübung gerechnet. Dagegen heißt es im "Beige Book", dass sich das Wirtschaftswachstum in den USA zuletzt abgeschwächt habe. In allen zwölf Distrikten der Fed sei die Wirtschaftsleistung aber weiter gewachsen.

Im weiteren Wochenverlauf stehen noch Daten zum Arbeitsmarkt an, die für mehr Klarheit bezüglich der weiteren Wirtschaftsentwicklung sorgen könnten. Am Donnerstag berichtet der Arbeitsmarkt-Dienstleisters ADP über die Beschäftigungsentwicklung in der Privatwirtschaft im Mai. Dazu kommen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda. Beide Datensätze gelten vielen Anlegern als Indikator für den am Freitag erwarteten monatlichen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung.

In der vergangenen Woche waren Fed-Aussagen als Beleg für eine nur allmähliche Anhebung der Zinsen in den USA gewertet worden. Jeffrey Halley vom Broker Oanda sprach von Stimmungsschwankungen an den Märkten, wobei Schnäppchenjäger immer verzweifelter versuchten, ein zyklisches Tief zu finden.

Die Fed hat in diesem Jahr ihre Zinsen bereits zweimal erhöht. An diesem Mittwoch beginnt sie zudem mit dem Abschmelzen ihrer durch Wertpapierkäufe aufgeblähten Bilanz, diese waren in der Pandemie als Konjunkturstütze durchgeführt worden.

Die Strategen der Citigroup gehen inzwischen davon aus, dass nach den ersten schwierigen fünf Monaten der Gegenwind an den Börsen noch nicht vorbei sein dürfte. Dabei sehen sie als weiteres Problem für die verunsicherten Anleger das Risiko sinkender Gewinnprognosen durch die Firmen.

Unternehmensnachrichten wurden zur Wochenmitte unterschiedlich aufgenommen. Der Softwarekonzern Salesforce <US79466L3024> begeisterte mit einer höheren Gewinnprognose. Dass der SAP <DE0007164600>-Konkurrent nun einen niedrigeren Jahresumsatz in Aussicht stellt, störte die Anleger nicht, wie der Kurssprung von gut elf Prozent zeigte.

Beim Computer-Hersteller HP Inc <US40434L1052> konnten sich die Aktionäre nach den Quartalszahlen über einen Kursanstieg von viereinhalb Prozent freuen.

Derweil rechnet die Fluggesellschaft Delta Air Lines <US2473617023> für das zweite Quartal mit einem Umsatz auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Die Aktien schwankten heftig - zuletzt verloren sie über vier Prozent.

Aktien von S&P Global büßten viereinhalb Prozent ein. Der Finanzdienstleistungskonzern hat wegen der sich verschlechternden makroökonomischen Bedingungen seine Finanzprognose auf Eis gelegt - neue Ziele sollen voraussichtlich erst mit den Zahlen zum zweiten Quartal genannt werden. Die enttäuschten Anleger straften auch Konkurrent Moody's <US6153691059> mit einem Kursminus von fünfeinhalb Prozent ab.

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