Aktien New York: Stabil - Inflation und Geldpolitik bleiben Hauptthemen

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NEW YORK (dpa-AFX) - Die wichtigsten US-Indizes haben am Mittwoch nach einem kaum veränderten Handelsstart leicht zugelegt. Im weiteren Verlauf bröckelten die moderaten Gewinne allerdings wieder ab. Im Fokus der Anleger stand angesichts der jüngsten Konjunkturdaten weiter das Thema Inflation und der geldpolitische Kurs der US-Notenbank (Fed).

Einen neuen Beitrag dazu lieferte am späten Dienstagabend der Vizechef der Fed, Richard Clarida. Ihm zufolge ist es gut möglich, dass auf einer der nächsten Zinssitzungen begonnen wird, über eine Verringerung der Wertpapierkäufe nachzudenken. Große Not zu einem solchen Schritt besteht aber offenbar nicht, denn die steigende Inflation bezeichnete Clarida abermals als übergangsweises Phänomen.

Rund zwei Stunden vor dem Handelsschluss zeigte sich der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial <US2605661048> mit 34 310,24 Punkten prozentual unverändert. Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> legte um 0,08 Prozent auf4191,47 Zähler zu und der Nasdaq 100 <US6311011026> rückte um 0,18 Prozent auf 13 682,55 Zähler vor.

Zentralbanker rund um den Globus spielten aktuell das Risiko steigender Preise herunter, hieß es aus dem Handel. Die Frage ist, wie lange die Fed und andere Zentralbanken die stimulierende Geldpolitik beibehalten können, wenn die Wirtschaftsdaten weiterhin Preisdruck zeigen. "Was wir von der Fed immer wieder hören, ist, dass sie dieses Mal einen ganz anderen Ansatz in Bezug auf die Inflation verfolgen wird", sagte Kristina Hooper, Invesco-Chefstrategin für globale Märkte.

Unter den Einzelwerten am US-Markt standen die Aktien von Ford <US3453708600> <US3453708600> im Fokus. Angetrieben von Aussagen des Autobauers während des laufenden Kapitalmarkttages sprangen sie im S&P 100 <US78380F1021> um 7,5 Prozent nach oben und zogen auch die Papiere von GM mit, die um 1,7 Prozent stiegen. Tesla <US88160R1014> gewannen 2,9 Prozent. Unter anderem rechnet Ford damit, das bis 2030 rund 40 Prozent seines weltweiten Fahrzeugvolumens voll elektrifiziert sein wird. Zudem rechnet das Management für 2023 mit einer bereinigten Ebit-Marge von 8 Prozent.

Die Anleger von Amazon <US0231351067> zeigten sich wenig beeindruckt davon, dass der weltgrößte Online-Händler die Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) Filmstudios übernimmt. Darüber hatten die "Financial Times" ("FT") und weitere Medien bereits in der Vorwoche berichtet. Die Aktien legten um recht marktkonforme 0,6 Prozent zu. Laut DZ-Bank-Analyst Ingo Wermann verfährt Amazon nach der Devise "Content is King", indem er mit dem Zukauf des "James Bond-Studios" MGM sein Inhalte-Portfolio und damit die Attraktivität des Kundenbindungsprogramms "Prime" spürbar stärke. "Für die künftige Gewinnentwicklung sind jedoch vor allem die Cloud-Sparte AWS und das Geschäft mit Onlinewerbung verantwortlich", urteilte er.

Der Modehändler Urban Outfitters <US9170471026> indes beeindruckte mit einem außergewöhnlich starken Start in sein neues Geschäftsjahr 2021/22. JPMorgan <US46625H1005>-Analyst Matthew Boss sprach von einem Wendepunkt und strich sein Urteil "Underweight". Nun ist er neutral gestimmt für die Papiere. Das Kursziel hob er zugleich von 30 auf 38 US-Dollar an. Am Markt wurde zugegriffen. Die Papiere zogen um knapp 10 Prozent auf 38,40 Dollar hoch.

Die Aktien von Gamestop <US36467W1099> und AMC <US00165C1045> Entertainment <US00165C1045> knüpften an ihre Vortagesrally an und schossen zwischen 12,5 und 15,5 Prozent hoch. Am Dienstag hatten die Titel des Videospielhändlers Gamestop um mehr als 16 Prozent zugelegt und erstmals seit Mitte März wieder über der Marke von 200 Dollar geschlossen. Die Anteilscheine der Kinokette AMC waren tags zuvor gar um knapp 20 Prozent nach oben geschnellt. Nutzer der Social Media-Plattform Reddit, zu dem das Unterforum WallStreetBets gehört, hätten tags zuvor ihr Interesse an den "alten Favoriten" vorausgegangener Wetten wieder entdeckt, kommentierte Marktanalyst Neil Wilson von Markets.com.

Marktbeobachtern zufolge könnte der starke Kursanstieg beider Werte nun die Inhaber von Short-Positionen erneut dazu veranlasst haben, ihre auf fallende Kurse basierenden Positionen zu schließen, indem sie die Aktien zurückkaufen und eine zusätzliche Nachfrage schaffen. Dies führt dann zu noch weiter steigenden Kursen, wie dies bereits vor einigen Monaten geschah.

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