Aktien New York: Renditeanstieg bremst vor allem an der Nasdaq

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NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem weiteren Rekordhoch am Vortag hat der Dow Jones Industrial <US2605661048> am Dienstag keine neue Attacke gestartet. Anleger blickten wieder skeptisch auf den Anleihemarkt mit weiter steigenden Renditen bei US-Anleihen. Vor diesem Hintergrund wurden sie bei Aktien weniger mutig. Der Leitindex gab zwei Stunden vor Schluss um 0,30 Prozent auf 33 071,84 Punkte nach. Der zu Wochenbeginn erreichten Bestmarke von 33 259 Zählern konnte er damit nicht wieder näher kommen.

Finanzwerte erholten sich am Dienstag von den Turbulenzen, die am Vortag Spekulationen über Schwierigkeiten beim Hedgefonds Archegos ausgelöst hatten. Dem standen aber allgemein schwache Technologiewerte gegenüber. Der von diesem Sektor geprägte Nasdaq 100 <US6311011026> fiel denn auch etwas stärker um 0,65 Prozent auf 12 881,72 Punkte. Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> gab um 0,38 Prozent auf 3955,98 Zähler nach.

Mit bis zu 1,77 Prozent rentierten zehnjährige Rentenpapiere am Dienstag so hoch wie seit Januar 2020 nicht mehr. Als Gründe für den Zinsanstieg werden eine von Konjunkturspritzen gestützte Wirtschaftsbelebung und die Furcht vor einer anziehenden Inflation genannt. Auf Wachstum fokussierte Technologieunternehmen gelten darunter als besonders leidend, weil ihnen dies die Finanzierungsbedingungen verteuert.

Vor diesem Hintergrund versammelten sich einige Tech-Aktien, die im Dow enthalten sind, unter den größeren Verlierern im Leitindex. Die Aktien von Microsoft <US5949181045>, Intel <US4581401001> und Apple <US0378331005> büßten zwischen 1,2 und 1,4 Prozent ein. Jene des Biotech-Unternehmens Amgen wurden zuletzt mit minus 1,5 Prozent zum Schlusslicht. Für den Konjunkturoptimismus gelten die Fortschritte in der US-Impfkampagne als wichtiges Element. Laut Ankündigung von Präsident Joe Biden sollen 90 Prozent der Erwachsenen in drei Wochen impfberechtigt sein. Dazu passt, dass die Impfstoff-Pioniere Biontech <US09075V1026> und Pfizer <US7170811035> am Montag eine Ausweitung ihrer Produktionskapazität ankündigten. Die beiden Partner wollen jetzt bis Ende dieses Jahres 2,5 Milliarden Dosen produzieren.

Die Pläne wurden in einem allgemein schwachen Umfeld in der Pharmabranche für Biontech eine Stütze. Die in New York gehandelten Hinterlegungsscheine des deutschen Unternehmens legten um zehn Prozent zu und hoben sich damit positiv von ihrem Sektor ab. Für die Papiere des Konkurrenten Moderna <US60770K1079> ging es umgekehrt um 4,4 Prozent bergab und auch die Pfizer-Aktien konnten nicht von der Meldung profitieren, indem sie zuletzt um 1,4 Prozent fielen.

Als Stütze für den Gesamtmarkt reichten erholte Finanzwerte nicht aus: Die Aktien von Goldman Sachs <US38141G1040> und JPMorgan <US46625H1005> führten den Dow an mit Anstiegen von 1,5 und 0,9 Prozent an. Am Markt hieß es, die Archegos-Spekulationen seien am Vortag weitgehend abgehakt worden. Marktstratege Stephen Innes vom Broker Axi sprach von einem Sturm im Wasserglas. Experten zufolge halfen bei der Erholung in der Bankenbranche auch die anziehenden US-Anleiherenditen.

Die Erholung erfasste auch einige andere Werte, in denen Archegos zuletzt Berichten zufolge rapide seine Positionen abbauen musste. Dazu gehörten zum Beispiel die Aktien der Medienkonzerne ViacomCBS <US92556H2067> und Discovery <US25470F1049>, deren Kurse sich binnen weniger Tage mehr als halbiert hatten. Nun erholten sie sich im Falle von Viacom um 1,8 Prozent und im Falle von Discovery um vier Prozent.