Aktien New York: Nordkorea-Krise und Hurrikan 'Irma' belasten den Dow

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Anlässlich weiter schwelender Nordkorea-Spannungen und Sorgen um die Auswirkungen des Hurrikans "Irma" hat der US-Leitindex Dow Jones Industrial am Donnerstag wieder moderat nachgegeben.

Rund zwei Stunden vor Handelsschluss sank er um 0,20 Prozent auf 21 764,22 Punkte. Für den 500 Werte umfassenden S&P 500 ging es um 0,08 Prozent auf 2463,51 Punkte abwärts. Der technologielastige Nasdaq 100 legte indes um 0,25 Prozent auf 5965,85 Punkte zu.

Weder der bereits tags zuvor abgewendete Regierungsstillstand (Government Shutdown) bis Mitte Dezember bewegte, noch die aktuellen Konjunkturdaten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hatte in der vergangenen Woche überraschend deutlich zugelegt. Im zweiten Quartal war zudem die Produktivität der US-Wirtschaft stärker gestiegen als erwartet.

Auch die Zinsentscheidung und Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgten nicht sonderlich für Bewegung, denn Europas Währungshüter hielten sich mit weiteren Hinweisen auf ein Ende der Geldflut zurück. Konkreter soll es erst im Oktober werden.

Zu den schwächsten Aktien im Dow zählten General Electric (GE) mit minus 4,19 Prozent. Mit Blick auf den herannahenden Herbst bleibe er negativ für die Aktie des Mischkonzerns gestimmt, schrieb Analyst Stephen Tusa. Die Geschäftsentwicklung lasse sich nur schwer vorhersagen und seine bereits deutlich unter den generellen Erwartungen liegenden Schätzungen für GE könnten noch weiter sinken.

Schlusslicht war das Papier von Walt Disney mit minus 4,49 Prozent. Vorstandschef Bob Iger hatte mitgeteilt, dass die Ergebnisse 2017 in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen werden, was Investoren mit Enttäuschung aufnahmen. 2016 bereits hatte der Medienkonzern gewarnt, dass das Jahr 2017 schwierig werden würde.

Favorit im Index waren hingegen die Papiere von Visa mit plus 1,59 Prozent. Der Kreditkartenanbieter hat die ehemalige Stellvertreterin der Bank of England, Charlotte Hogg, zur Chefin seines Europa-Geschäfts ernannt.

Dass Amazon ein zweites Hauptquartier für bis zu 50 000 Mitarbeiter in den USA plant, fand ebenfalls Aufmerksamkeit. In den Bau der zweiten Zentrale sollen fünf Milliarden Dollar investiert werden. Die Amazon-Aktien stiegen an der Nasdaq um 1,20 Prozent.

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hingegen will im Rahmen eines Sparprogramms 3500 Mitarbeiter entlassen. Das entspricht gut acht Prozent der weltweiten Belegschaft. Die Entlassungen sind Teil eines größeren Konzernumbaus, der auch Schließungen einiger US-Standorte vorsieht. Die Aktien reagierten darauf mit einem Kursplus von 1,89 Prozent.

Zudem bewegten Umstufungen: So gewannen die Papiere von US Steel 0,69 Prozent. Zuvor hatte die australische Investmentbank Macquarie die Aktien des Stahlkonzerns gleich um zwei Schritte von "Underperform" auf "Outperform" hochgestuft. Die Anteile von Ferrari sackten hingegen an der New Yorker Börse um 7,13 Prozent ab, nachdem die Analysten von Morgan Stanley sie ebenfalls um zwei Stufen von "Overweight" auf "Underweight" abgewertet hatten.