Aktien New York: Ins Minus gedreht - Zinsangst hat Anleger wieder fest im Griff

NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street sind am Montag frühe Gewinne nach dem Kursrutsch am Freitag wieder verpufft. Konjunkturdaten zur Stimmung in der Industrie hatten die wichtigsten Indizes nur kurz gestützt, bevor der deutliche Renditeanstieg am Anleihenmarkt einmal mehr die Zinsangst der Anleger schürte. Zehnjährige US-Anleihen rentierten zwischenzeitlich erstmals seit Dezember 2018 wieder mit drei Prozent. Die Grundstimmung der Anleger ist damit weiter von Vorsicht geprägt, bevor am Mittwoch der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed auf der Agenda steht.

Der Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> fiel zuletzt um 1,33 Prozent auf 32 540,04 Punkte und erreichte damit das Niveau von Ende Februar. Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> büßte 1,42 Prozent auf 4073,12 Punkte ein. Für den technologielastigen Nasdaq 100 <US6311011026> ging es um 0,90 Prozent auf 12 739,19 Punkte nach unten.

Wenn die Fed am Mittwoch ihre geldpolitischen Beschlüsse bekannt geben wird, gehen Anleger derzeit von einer Erhöhung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte aus. "Doch darüber hinaus warten die Investoren auf neue Erkenntnisse über die zusätzlich anstehenden Schritte zur Bekämpfung der Inflation", blickten die Experten der Privatbank Metzler über die konkreten Beschlüsse hinaus. Die Fed steht nach Einschätzung von Experten erst am Beginn eines Zinserhöhungszyklusses. in einem Umfeld steigender Zinsen verlieren Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität.

Konjunkturell bleiben die Corona-Lockdowns in China und der anhaltende Ukraine-Krieg international bedeutende Sorgenpunkte für die Anleger. Auch deshalb standen frische Konjunkturdaten aus den USA am Montag besonders im Blick. So hat sich die Stimmung in der US-Industrie im April zwar überraschend verschlechtert, wie der unerwartete Rückgang des Einkaufsmanagerindex ISM für den Monat April zeigte. Dieses Barometer für die US-Industrie, das als Gradmesser für das gesamtwirtschaftliche Wachstum gilt, liegt aber dennoch deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Eher positiv lautete damit auch das Fazit von Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen: "Das wichtige, nationale Stimmungsbarometer der US-Industrie fällt solide aus, obwohl die Erwartungen klar verfehlt wurden." Da der Index noch immer deutlich im Expansionsbereich liege, werde an den Zinserwartungen bezüglich der Fed in dieser Woche wohl nicht gerüttelt. Ob die darüber hinausgehenden Zinsfantasien aber nochmals forciert werden, sei fraglich. "Eine ganze Serie von kräftigen Zinserhöhungen ist bereits eingepreist", fuhr der Experte fort.

Unter den schwächsten Werten im S&P 500 sackten die Aktien von Moody's <US6153691059> um rund sechs Prozent ab. Der Finanzrating-Anbieter verfehlte im ersten Quartal mit seinem Gewinn die Erwartungen und kürzte den Jahresausblick.

Demgegenüber zählten die Papiere von Activision Blizzard <US00507V1098> mit einem Plus von knapp drei Prozent zu den größten Gewinnern im Index. Hier wurde darauf verwiesen, dass Investoren-Legende Warren Buffett mittlerweile zehn Prozent an dem Computerspiele-Konzern halte.

Die Anteilscheine von Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway <US0846707026> fielen um 2,7 Prozent. Diese hielt den operativen Gewinn zum Jahresstart wegen größere Belastungen in Teilen des Versicherungsgeschäfts nur konstant. Gestiegene Schadensforderungen beim Erstversicherer Geico belasteten die Resultate in dem Bereich. Im Rückversicherungsgeschäft, bei der Güterbahngesellschaft BNSF sowie bei Fabrikationsunternehmen und im Einzelhandel lief es hingegen besser als vor einem Jahr.

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