Aktien New York: Dow auf Erholungskurs - Kurssprung bei Merck & Co

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NEW YORK (dpa-AFX) - Dank eines Kurssprungs bei den Aktien von Merck & Co <US58933Y1055> hat sich der Dow Jones Industrial <US2605661048> am Freitag zum Großteil von seinen Vortagesverlusten erholt. Der Leitindex rückte knapp zwei Stunden vor Handelsende um 1,4 Prozent auf 34 321 Punkte vor. Angesichts des aktuelle Haushaltspokers in Washington und der derzeitigen Lieferengpässe in der Wirtschaft war das Börsenbarometer am Donnerstag noch um 1,6 Prozent abgesackt. Auf Wochensicht steht aktuell ein Minus von knapp 1,4 Prozent auf der Kurstafel.

Der breiter gefassten S&P 500 <US78378X1072> stieg zuletzt um rund 0,9 Prozent auf 4344 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> drehte nach einem schwächeren Stand ebenfalls in den grünen Bereich - das Plus fiel aber mit rund 0,3 Prozent auf 14 728 Punkte moderater aus.

Am Aktienmarkt haben es die Anleger laut dem Bankhaus J.Safra Sarasin inzwischen schwerer angesichts schnell sinkender Gewinnerwartungen und steigender US-Realzinsen, die Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver machen. Die US-Notenbank müsse nun sehr vorsichtig agieren, um keinen größeren Rückschlag auszulösen, sagte der Aktienmarktstratege Wolf von Rotberg.

Mit Blick auf einzelne Branchen richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger am Freitag vor allem auf den Pharmasektor. Positive Studiendaten zu einem neuen Corona-Medikament von Merck & Co ließen die Aktien des Pharmakonzerns in die Höhe schnellen - und führen zu Kursverwerfungen bei den Papieren von Impfstoffherstellern. Auch die Anteilscheine von Merck-Konkurrenten aus dem klassischen Pharmabereich gerieten unter Druck.

Das neue Corona-Medikament von Merck & Co reduziert bei Risiko-Patienten einer klinischen Studie zufolge deutlich die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe. Der Konzern will sich nun so schnell wie möglich um den Einsatz in den USA bemühen und auch entsprechende Anträge bei Behörden weltweit stellen. Die Arznei wird als Pille verabreicht.

Derartig oral verabreichte Medikamente würden wahrscheinlich eine Schlüsselrolle bei der Entlastung der Krankenhäuser spielen, die aktuell Corona-Patienten behandelten, schrieb Analyst Andrew Baum von der US-Bank Citigroup. Die Aktien von Merck & Co setzten sich mit einem Plus von fast neun Prozent klar an die Dow-Spitze.

Die Aussicht auf die Markteinführung eines wirksamen Medikaments gegen das sich weltweit ausbreitende Corona-Virus ist derweil ein Schock für die Anleger, die bislang auf die Produzenten von Impfstoffen gesetzt haben. So sackten die Anteilscheine von Moderna <US60770K1079> um bis zu 16 Prozent ab und büßten zuletzt noch elf Prozent ein. Damit waren sie das Schlusslicht im S&P 500. Seit Ende 2020 liegen die Papiere mit einem Plus von mehr als 200 Prozent aber immer noch an der Spitze des S&P 500.

Unter den weiteren Impfstoffherstellern brachen Biontech <US09075V1026> an diesem Freitag zuletzt um neun Prozent, Curevac <NL0015436031> um 15 Prozent und Novavax <US6700024010> um 16 Prozent ein. Weniger deutlich fielen die Verluste bei dem Biontech-Partners Pfizer <US7170811035> aus. Die Anteile des breit aufgestellten Pharmakonzerns verloren gerade mal ein halbes Prozent.

Vor diesem Hintergrund gerieten auch die Aktien solcher Pharmaunternehmen unter Druck, die bislang Antikörper-Behandlungen für Bekämpfung von Corona entwickelt haben. So büßten Regeneron Pharmaceuticals <US75886F1075> sechs Prozent, Vir Biotech <US92764N1028> 22 Prozent und Adagio Therapeutics <US00534A1025> gar 37 Prozent ein.

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