Aktien New York: Dow unter Druck - Anleger bevorzugen Tech-Werten

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NEW YORK (dpa-AFX) - Nach frühen Rekorden bei einigen US-Indizes ist am Dienstag an den New Yorker Börsen die Stimmung verblasst. Enttäuschende Konjunkturdaten dämpften die Risikobereitschaft der Anleger und so standen zuletzt meist Verluste auf der Kurstafel. Bestmarken hatten im frühen Handel sowohl der S&P 500 <US78378X1072> als auch der Nasdaq 100 <US6311011026> erreicht. Während der marktbreite Index S&P 500 zuletzt aber um 0,44 Prozent auf 4333,28 Punkte fiel, blieb der Nasdaq 100 knapp mit 0,11 Prozent im Plus bei 14 743,48 Punkten.

Die an der Nasdaq konzentrierten Technologiewerte zeigten sich also relativ robust. Das wohl bekannteste US-Kursbarometer Dow Jones Industrial <US2605661048> büßte mit seinen Standardwerten zuletzt 0,79 Prozent auf 34 510,18 Punkte ein. Während seine Indexkollegen von Rekord zu Rekord eilen, hat dessen bisherige Bestmarke nun schon vier Wochen Bestand.

Die Schere zwischen steigenden Technologie- und fallenden Standardwerten ging in der ersten Handelsstunde auch wegen frischer Wirtschaftsdaten auseinander. Das am ISM-Index abgeleitete Stimmungsbild im Dienstleistungssektor konnte die Prognosen nicht erfüllen. Laut Analyst Tobias Basse offenbart sich damit immer klarer, "dass der aktuelle Wirtschaftsaufschwung in den Vereinigten Staaten an die Kapazitätsgrenzen zu stoßen beginnt." Allgemein flüchteten Anleger verstärkt aus den zuletzt gefragten zyklischen Aktien.

Unter Druck standen im Dow die klassischen Industrie- und Bankenwerte. Klare Verluste zwischen 1,4 und 2,4 Prozent gab es für den Mischkonzern 3M, den Chemiekonzern Dow <US2605571031>, den Baumaschinenhersteller Caterpillar <US1491231015> und die beiden Finanzhäuser JPMorgan <US46625H1005> sowie Goldman Sachs <US38141G1040>. Auch Ölwerte standen unter Druck, wie etwa Chevron <US1667641005> mit einem Abschlag von zwei Prozent. Hier half es auch nicht, dass sich die Staaten im Opec-Kartell nicht auf eine Ausweitung ihrer Produktion einigen konnten.

Auf der Dow-Gewinnerseite standen Einzelwerte aus dem Technologiesektor, wie Kursgewinne von 1,2 und 0,5 Prozent bei Apple <US0378331005> und Salesforce <US79466L3024> zeigten. Bei Apple schrieb JPMorgan-Experte Samik Chatterjee, es sei nun wieder an der Zeit, die Aktien des iPhone-Herstellers zu kaufen. An der Nasdaq erreichten die Aktien von Amazon <US0231351067> mit einem Kurssprung um 4,7 Prozent einen erneuten Rekord.

Der positiven Nasdaq-Stimmung schlossen sich allerdings bestimmte Aktiengruppen nicht an. Dazu gehörten zum einen die Corona-Impfstoffwerte mit Verlusten von mehr als fünf Prozent bei den in den USA gehandelten Biontech <US09075V1026>-Anteilen. Sie litten unter Aussagen des israelischen Gesundheitsministeriums, wonach die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs gegen die Delta-Variante gegenüber den Urformen des Virus deutlich nachgelassen hat. Unter der Nachricht litten auch die Aktien des Biontech-Partners Pfizer <US7170811035> mit minus 1,7 Prozent.

Die zweite Verlierergruppe an der Nasdaq waren die dort gelisteten Aktien chinesischer Konzerne. Hier machte sich Angst vor regulatorischen Hürden breit. Besonders prominent ist der Fahrdienst-Vermittler Didi <US23292E1082>, der ins Visier der chinesischen Behörden geraten ist. Die erst kürzlich an der Nasdaq emittierten Papiere brachen um ein Fünftel ein. Wie die chinesische Cyber-Aufsicht schon am Montag mitgeteilt hatte, liefen Ermittlungen wegen des Umgangs mit gesammelten Daten.

Neben Didi sollen weitere Unternehmen betroffen sein, etwa die Lastwagen-Vermittler der Full Truck Alliance <US35969L1089> sowie der Personalvermittler Kanzhun <US48553T1060>. Deren Papiere sackten im US-Handel um 16 und 17 Prozent ab.

Die Sorgen erstreckten sich aber auch auf viele andere Aktien chinesischer Konzerne, die in den USA notiert sind. Die Papiere des Suchmaschinenbetreibers Baidu <US0567521085>, der beiden Online-Handelsplattformen JD.com <US47215P1066> und PinDuoDuo <US7223041028>, des Online-Reisebüros Trip.com sowie jene des Internetkonzerns NetEase waren an der Nasdaq mit Einbußen zwischen 2,5 und 5,7 Prozent unter den großen Verlierern.

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