Aktien New York Ausblick: Nächster Kurseinbruch nach US-Notfallzinssenkung

NEW YORK (dpa-AFX) - Der scharfe Kurseinbruch am New Yorker Aktienmarkt geht am Montag wohl in eine neue Runde. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial <US2605661048> vorbörslich etwa 5 Prozent tiefer bei 21 982 Punkten, dann kam der Handel mit den US-Futures zum Erliegen. Mit einem erneuten Kursrutsch würde der Leitindex seine Erholungsbewegung vom Freitag zum Teil wieder revidieren und an seine insgesamt katastrophale Vorwoche anknüpfen.

Die Maßnahmen mehrerer globaler Notenbanken können die Anleger am Montag nicht hoffnungsvoller stimmen - ganz im Gegenteil. Am Markt hieß es, eine am Sonntag von der Fed vorgenommene Notfallaktion erhöhe derzeit noch die Sorgen um die Tragweite der laufenden Viruskrise. In einer Notfallaktion senkte die US-Notenbank den Leitzins überraschend auf fast null Prozent und kündigte ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken an.

Analyst Neil Wilson von Markets.com sprach von einem bemerkenswerten Schritt der Fed, betonte aber zugleich, dass die Weltwirtschaft mehr und mehr zum Stillstand komme. Da fehle es auch den Währungshütern an dem nötigen Gegenmittel. Anleger starteten wieder eine Massenflucht aus dem Aktienmarkt in die als sicherer angesehenen Anlagen wie etwa US-Staatsanleihen.

Die Entscheidung der Fed schickte die Aktien von US-Banken am Montag vorbörslich wieder auf eine steile Talfahrt. Die Papiere der im Dow notierten Branchenvertreter JPMorgan <US46625H1005> und Goldman Sachs <US38141G1040> etwa sackten vorbörslich um bis zu 17 Prozent ab. Für Banken macht ein niedriges Zinsumfeld das Alltagsgeschäft zum Beispiel mit Krediten weniger attraktiv.

Die Aktien von Apple <US0378331005> kamen derweil vorbörslich mit 14 Prozent unter Druck. Der iPhone-Hersteller hatte angekündigt, wegen der Coronavirus-Ausbreitung seine 460 hauseigenen Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen zu schließen. Man wolle damit dazu beitragen, die Krankheit zu bremsen, erklärte Firmenchef Tim Cook am Samstag. Außerdem wurde Apple von der französischen Wettbewerbsbehörde mit einer Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro für aus ihrer Sicht illegale Vertriebsvereinbarungen belegt.

Stark unter Druck blieb derweil wegen dem Coronavirus auch weltweit die Luftfahrtbranche. Die Papiere von American Airlines <US02376R1023>, Delta <US2473617023> und United <US9100471096> sackten vorbörslich zwischen 15 und 20 Prozent ab.

Unter Druck blieben außerdem die Ölpreise - und dies trübte wie so oft das Bild bei US-Ölaktien. Für ExxonMobil <US30231G1022> zum Beispiel ging es vorbörslich um 11 Prozent bergab. Die Experten des Analysehauses RBC hatten die Papiere des Ölgiganten am Montag denn auch mit einem negativen "Underperform"-Votum belegt.