Aktien New York Ausblick: Freundlich erwartet mit starken Intel-Zahlen

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Überzeugende Resultate des Chipkonzerns Intel geben am Freitag eine weiterhin positive Marschrichtung an der Wall Street vor. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsstart 0,22 Prozent höher bei 26 450 Punkten. Eine Fortsetzung der jüngsten Rekordjagd rückt damit in greifbare Nähe: Derzeit muss sich das New Yorker Kursbarometer mit der am Vortag erreichten Bestmarke von 26 458 Punkten messen.

Im Fokus stand am Freitag auch der Auftritt von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum und aktuelle Wirtschaftsdaten. Trump hat die weltweiten Unternehmen in Davos zum Investieren in den USA eingeladen und eine Rückkehr seines Landes zum Transpazifischen Handelsabkommen TPP nicht ausgeschlossen. Die US-Wirtschaft war im vierten Quartal 2017 derweil langsamer gewachsen als von Experten erwartet.

Im Wochenvergleich steuert der Dow auf einen Anstieg um mehr als 1 Prozent zu. Als Treiber dafür galt in den vergangenen Tagen der schwache US-Dollar, der die amerikanischen Exporte auf dem Weltmarkt günstiger machen kann. In diesem noch jungen Börsenjahr hat der Dow bislang schon fast 7 Prozent an Wert gewonnen, womit er die Aktienmärkte in Europa deutlich abgehängt hat. Gebremst vom umgekehrt starken Euro hat der Eurostoxx seit dem Jahreswechsel nur 4 Prozent zugelegt.

Vermehrt machen sich daher zuletzt Sorgen bemerkbar, dass Anleger derzeit zu sorglos zu Werke gehen könnten. Nach Einschätzung der Warburg-Experten ist das hohe Niveau aufgrund der Unternehmensgewinne aber durchaus zu rechtfertigen. "Unseres Erachtens nach ist die gute Aktienmarktentwicklung vor allem auf die ausgezeichneten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen - und weniger auf die Selbstgefälligkeit der Marktteilnehmer", schrieben die Experten in ihrem "Markt Monitor".

Starke Zahlen von Intel untermauerten am Freitag diese Einschätzung. Die Titel des Dow-Mitglieds rückten infolge erzielter Rekorderlöse im vorbörslichen Handel um 6 Prozent vor. Analysten waren voll des Lobes für das vierte Quartal des Chipkonzerns. Die schweizerische Bank Credit Suisse etwa stufte die Titel auf "Outperform" hoch. Neben guten Zahlen betonte Analyst John Pitzer, dass der Ausblick auf das erste Jahresviertel 2018 einen konservativen Eindruck mache.

Die Berichtssaison hat zu Wochenschluss für Anleger aber auch wieder Schatten zu bieten. Bei den Aktien der Kaffeekette Starbucks sorgte eine enttäuschende Umsatzprognose für einen vorbörslichen Kursrutsch um 5 Prozent. Goldman Sachs hatte die Papiere daraufhin von seiner Empfehlungsliste gestrichen, aber die grundsätzliche Kaufempfehlung aufrecht erhalten.

Ein deutliches Minus zeichnet sich auch bei Colgate-Palmolive ab, die Titel sackten vorbörslich um mehr als 4 Prozent ab. Der Zahnpasta-Hersteller ist 2017 auf den letzten Metern aus der Puste gekommen. Der Umsatz wuchs im Schlussquartal nicht so stark wie von Analysten gedacht. Unter dem Strich erlitt das Unternehmen wegen der US-Steuerreform auch noch einen kräftigen Gewinnrückgang.

Besser scheint es wiederum den Aktien von Honeywell zu ergehen. Zuletzt lagen diese nach den Resultaten für das vierte Quartal im außerbörslichen Handel mit 0,7 Prozent im Plus. Operativ sprach Goldman-Analyst Joe Ritchie von einem soliden Abschneiden und mehr oder weniger erfüllten Markterwartungen. Aussagen zum Ausblick wertete er als "konservativ".