Aktien New York Ausblick: Freundlich erwartet vor Notenbanker-Treffen

NEW YORK (dpa-AFX) - Vor dem an diesem Donnerstag beginnenden und mit Spannung erwarteten Notenbanker-Treffen in Jackson Hole, Wyoming, dürften die US-Aktienmärkte nur wenig verändert starten. Für gute Stimmung sorgte die Nachricht, dass China seine Konjunkturhilfen um weitere 1 Billion Yuan (146 Milliarden US-Dollar) aufgestockt hatte. Frische US-Konjunkturdaten sandten leicht hingegen negative Impulse

Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial <US2605661048> rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsbeginn mit rund 0,1 Prozent im Plus auf 33 000 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> wurde zuletzt rund 0,5 Prozent höher zum Vortag erwartet.

Händler rechnen am Donnerstag mit größeren Kursschwankungen, da die Anleger mit Spannung auf die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell am Freitag in Jackson Hole warten. Powells Aussagen werden vor allem nach Hinweisen auf das Tempo der geldpolitischen Straffung in den USA abgeklopft. Fed-Vertreter hatten im Vorfeld von Jackson Hole deutlich gemacht, dass sie eine weitere Straffung der Geldpolitik für die Zukunft erwarten. Dies hatte den jüngsten Aufschwung bei Aktien zunichtegemacht.

Die US-Wirtschaft hielt sich im zweiten Quartal etwas besser als zunächst angenommen. Das Minus fiel mit annualisiert 0,6 Prozent nicht so stark aus, wie zuvor nach einer ersten Schätzung gemeldet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel in der Vorwoche, während Analysten im Schnitt mit einem Anstieg gerechnet hatten.

Die Aktien von Tesla <US88160R1014> reagierten vorbörslich mit einem Kursplus von 1,7 Prozent auf den umgesetzten Aktiensplit des Elektroauto-Herstellers. Der auf der letzten Hauptversammlung beschlossene Aktiensplit wurde am Mittwoch nach US-Börsenschluss vollzogen. Damit erhielten die Tesla-Aktionäre für jede Tesla-Aktie zwei zusätzliche Anteilsscheine. Aktiensplits sind ein gern genutztes Mittel, um eine Aktie optisch billiger erscheinen zu lassen und damit attraktiver vor allem für Kleinanleger zu machen.

Der US-Softwarehersteller Salesforce <US79466L3024> rechnet angesichts des starken Dollars und verschärfter Konkurrenz im Cloud-Geschäft mit weniger Umsatzwachstum. Experten hatten mit einer besseren Prognose gerechnet. Die Aktie fiel vorbörslich um 8,1 Prozent. Mit den Zahlen für das zweite Quartal und dem gesenkten Ausblick erinnere der Softwarekonzern die Investoren an die sich weltweit abkühlende Konjunktur, kommentierte Barclays-Analyst Raimo Lenschow.

Der Chipkonzern Nvidia <US67066G1040> rechnet nach verfehlten Umsatzerwartungen nicht mit einer baldigen Erholung. Die Papiere gaben vorbörslich um 3,0 Prozent nach. JPMorgan-Analyst Harlan Sur bezeichnete die Resultate des Chipkonzerns und Grafikkarten-Spezialisten als schwach.

Auch Peloton Interactive gab eine düstere Prognose für das laufende Quartal ab. Im abgelaufenen Jahresviertel häuften sich die Verluste und der Umsatz fiel deutlicher als vom Markt erwartet, was die Bedenken über den Comeback-Plan des Fitnessunternehmens erneuerte. Die Peloton-Titel brachen vorbörslich um mehr als 12 Prozent ein.

Dagegen schnellten die Anteilsscheine von Snowflake <US8334451098> vorbörslich um rund 20 Prozent nach oben. Der Ausblick auf den Quartalsumsatz des Software-Unternehmens übertraf die Schätzungen der Analysten.

Auch beim Software-Anbieter Autodesk fielen Umsatz und Ergebnis im abgelaufenen Quartal besser als erwartet aus. Die Aktien verteuerten sich vorbörslich um 8,7 Prozent.

Die Papiere von Dollar Tree büßten vorbörslich 7,8 Prozent ein. Die Ramschladenkette veröffentlichte einen Gewinn für das zweite Quartal, der die Marktschätzungen übertraf. Den Anlegern stießen aber vor allem die reduzierten Umsatz- und Ergebnisziele für das Gesamtjahr negativ auf.