Aktien New York Ausblick: Dow vor Sprung über 22 000-Punkte-Marke

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Erneut steuert der Dow Jones Industrial auf einen Rekord zu. Zum Monatsauftakt August könnte das US-Börsenbarometer womöglich sogar die bislang unerreichte Marke von 22 000 Punkten knacken. Der Broker IG taxierte den Dow rund 45 Minuten vor dem Handelsstart 0,52 Prozent höher bei 22 006 Punkten. Aktuell gaben die Inflationsdaten Auftrieb.

Mit 2,5 Prozent hat der Wall-Street-Index im Juli das größte Monatsplus seit Februar eingefahren. Zugleich war zum Monatsende hin ein Favoritenwechsel weg von den zuletzt besonders stark gelaufenen Technologiewerten hin zu Standardwerten.

Im Jahresvergleich war das Preisniveau im Juni nur moderat um 1,4 Prozent gestiegen. Die Kernrate, die schwankende Preiskomponenten wie Energie ausklammert, stagnierte bei 1,5 Prozent. Die Notenbank Fed ist daher nicht unter Druck, geldpolitisch in Richtung einer raschen Straffung aktiv zu werden, was für Erleichterung unter den Aktionären sorgen dürfte.

Im Fokus stehen kurz nach Eröffnung des Handels zudem die Einkaufsmanagerindizes, von denen "solide Signale" ausgehen dürften. Sie sind zusammen mit dem monatlichen Arbeitsmarktbericht am Freitag die wohl wichtigsten US-Daten dieser Woche. Angesichts immer noch überwiegend positiver Nachrichten aus der Industrie sollte der entsprechende ISM-Index im Juli stark leicht gesunken, aber dennoch auf erhöhtem Niveau geblieben sein, erwarten etwa die Experten der Postbank. Auch bei den Dienstleistern rechnen sie mit einer leichten Abwärtskorrektur.

Unternehmensseitig sind es zunächst die Papiere des Pharma-Konzerns Pfizer , die Beachtung finden dürfte. Während der Umsatz laut Analyst Alistair Campbell von der Privatbank Berenberg im zweiten Quartal leicht unter den Erwartungen lag, habe der bereinigte Gewinn diese übertroffen. Die Resultate belegten zugleich die unzureichenden Umsatztreiber, was im Aktienkurs aber schon eingepreist sei. Vorbörslich verloren die im Dow notierten Papiere 0,2 Prozent.

Beim amerikanischen Adidas -Herausforderer Under Armour forderte das schnelle Wachstum der vergangenen Jahre und die immer stärker werdende Konkurrenz ihren Tribut. An diesem Dienstag nun gab der sonst nie um Seitenhiebe auf die Konkurrenz verlegene Konzernchef Kevin Plank einen Umbau des von ihm gegründeten Unternehmens bekannt und schraubte die Erwartungen an das Gesamtjahr zurück. Die Aktien büßten im vorbörslichen Handel zuletzt knapp 5 Prozent ein.

Sprint gewannen vor dem Börsenstart 3,8 Prozent. Der Mobilfunkbetreiber übertraf mit seinem Gewinn die Markterwartungen, obwohl die Abonnentenflucht andauert.

Nachbörslich legt dann noch Apple den Bericht über sein drittes Geschäftsquartal vor. JPMorgan -Analyst Rod Hall hatte erst kürzlich die Schätzungen für die Verkäufe des iPhone Pro reduziert und dabei auf den verhaltenen Start der Produktion des neuen Aushängeschilds mit OLED-Bildschirm verwiesen. Er rechnet aber lediglich mit einer zeitlichen Verschiebung.