Aktien New York Ausblick: Dow tritt wohl weiter auf der Stelle

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NEW YORK (dpa-AFX) - An der Wall Street zeichnet sich am Dienstag ein erneut wenig bewegter Handelsstart ab. Der am Vortag schon zögerlich in die Woche gestartete Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> wurde vom Broker IG eine Stunde vor dem Auftakt mit 33 976 Punkten nur wenige Punkte unter seinem Vortagsniveau taxiert. Für den am Vortag gestiegenen technologielastigen Nasdaq 100 <US6311011026> zeichnet sich derweil ein nur geringfügig höherer Start ab.

Börsianer sehen die Anleger derzeit in Wartestellung, bevor in diesen Tagen die Berichtssaison der Unternehmen so richtig ins Rollen kommt und die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins entscheidet. Laut Frank Wohlgemuth von der National-Bank berichten in Wochenverlauf fast ein Drittel der 500 im marktbreiten S&P-Index gelisteten Unternehmen, darunter Technologie-Riesen wie Alphabet <US02079K3059>, Apple <US0378331005> oder Microsoft <US5949181045>.

"Gerade bei den sehr hoch bewerteten Tech-Schwergewichten schauen die Investoren besonders genau hin, ob die Bewertungen durch operative Erfolge gerechtfertigt erscheinen", so der Experte. Zudem reagierten diese besonders empfindlich auf die Äußerungen der Fed. "Die große Sorge besteht darin, dass beharrlich höhere Inflationsdaten die US-Notenbank dazu zwingen könnten, von ihrem ultra-expansiven geldpolitischen Kurs abzulassen", so der Experte. Zeitnah sei dies aber noch nicht realistisch.

Einige Quartalsberichte gab es am Dienstag schon zu verarbeiten, im Gesamtpaket gab es von den Anlegern aber durchwachsenes Feedback. Mit den 7,9 Prozent höheren Papieren des Logistikkonzerns UPS <US9113121068> gab es vorbörslich einen kräftigen Gewinner, ein Boom in allen Geschäftsfeldern hatte den US-Paketdienst im ersten Quartal überraschend stark angetrieben. Auch die Papiere des Konkurrenten Fedex legten daraufhin vorbörslich 2,5 Prozent zu.

Einige andere Berichte kamen aber bei Anlegern zunächst nicht gut an. Dazu zählten die am Vorabend nach Börsenschluss präsentierten Zahlen von Tesla <US88160R1014>, hier sanken die Aktien vorbörslich um 2,3 Prozent. Der Elektroautobauer hat zu Jahresbeginn seinen bisher höchsten Quartalsgewinn eingefahren, allerdings aufpoliert mit dem Handel von Abgaszertifikaten und Gewinnen aus Bitcoin-Spekulationen. JPMorgan-Experte Ryan Brinkman betonte, der operative Gewinn habe die Erwartungen im ersten Quartal verfehlt.

Verluste hinnehmen mussten vorbörslich außerdem noch die Aktionäre der Mischkonzerne General Electric <US3696041033> (GE) mit minus 2,4 Prozent und 3M <US88579Y1010> mit minus 1,6 Prozent. Bei GE machte sich ein Milliardenverlust in der Jet-Leasingsparte bemerkbar, der zu einem unerwartet hohen Barmittelabfluss beitrug. Bei 3M half ein Gewinnsprung wegen der hohen Nachfrage zum Beispiel nach Atemschutzmasken nicht, um die Aktie bei Anlegern in ein besseres Bild zu rücken.

Bei Eli Lilly <US5324571083> ging es vorbörslich um 3,5 Prozent bergab. Der Pharmakonzern senkte seine diesjährigen Ziele, weil er inzwischen von einem geringeren Nachfrageschub für seine Corona-Antikörpercocktails ausgeht. Am Markt wurde dies vor dem Hintergrund der erst kürzlich entzogenen US-Notfallzulassung für das Medikament Bamlanivimab gesehen.

Besser an kamen die Resultate des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Raytheon <US75513E1010>, hier legte der Kurs vorbörslich um 1,9 Prozent zu. Nach einem starken Jahresauftakt hob das Unternehmen die Prognosen für 2021 leicht an. Jetzt soll noch mehr Geld in den Rückkauf eigener Aktien fließen. Außerdem peilt der vor einem Jahr formierte Konzern nun höhere Synergien aus seiner Fusion an.