Aktien New York: Absturz geht weiter - Dow verliert 10 Prozent

NEW YORK (dpa-AFX) - Das Fiasko an den US-Aktienmärkten wegen der Coronavirus-Krise hat sich in der neuen Woche fortgesetzt. Nachdem der Handel am Montag zunächst für rund 15 Minuten ausgesetzt worden war, sackte der Dow Jones Industrial <US2605661048> nach Wiederaufnahme um mehr als 12 Prozent ab. Zuletzt notierte der US-Leitindex 9,99 Prozent tiefer bei 20 869,86 Zählern. Am Freitag war der Dow noch um 9,4 Prozent gestiegen, hatte damit auf Wochensicht aber immer noch einen Verlust von mehr als 10 Prozent verbucht.

Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> verlor am Montag zuletzt 9,55 Prozent auf 2452,16 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 <US6311011026> ging es um 9,27 Prozent auf 7253,73 Zähler nach unten. Beide Indizes hatten zunächst ebenfalls prozentual zweistellig nachgegeben.

Die Maßnahmen mehrerer globaler Notenbanken verfehlten damit zunächst ihr Ziel: Statt die Märkte zu beruhigen, sorgten die Aktionen bei Investoren für noch mehr Angst und Verunsicherung. Die US-Notenbank Fed hatte den Leitzins überraschend auf fast null Prozent reduziert und ein Maßnahmenpaket in Koordination mit anderen Notenbanken angekündigt.

Analyst Neil Wilson von Markets.com sprach von einem bemerkenswerten Schritt der Fed, betonte aber zugleich, dass die Weltwirtschaft mehr und mehr zum Stillstand komme. Da fehle es auch den Währungshütern an dem nötigen Gegenmittel. Anleger starteten wieder eine Massenflucht aus dem Aktienmarkt in die als sicherer angesehenen Anlagen wie etwa US-Staatsanleihen.

Unter Verkaufsdruck standen vor allem Finanzwerte. Die Papiere der im Dow notierten Banken JPMorgan <US46625H1005> und Goldman Sachs <US38141G1040> sackten um bis zu 14 Prozent ab. Für Banken macht ein niedriges Zinsumfeld das Alltagsgeschäft zum Beispiel mit Krediten weniger attraktiv.

Die Aktien von Apple <US0378331005> kamen mit minus 10 Prozent unter die Räder. Der iPhone-Hersteller hatte angekündigt, wegen der Coronavirus-Ausbreitung seine 460 hauseigenen Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen zu schließen. Man wolle damit dazu beitragen, die Krankheit zu bremsen, sagte Firmenchef Tim Cook am Samstag. Außerdem wurde Apple von der französischen Wettbewerbsbehörde mit einer Strafe von gut 1,1 Milliarden Euro für aus ihrer Sicht illegale Vertriebsvereinbarungen belegt.

Stark unter Druck blieb auch die Luftfahrtbranche. Die Papiere von Delta Air Lines <US2473617023> und United Airlines <US9100471096> büßten 9 beziehungsweise 17 Prozent ein.