Aktien Madrid: Verluste nach Katalonien-Referendum halten sich in Grenzen

dpa-AFX

MADRID (dpa-AFX) - Der spanische Aktienmarkt hat am Montag nur kurz mit einem deutlichen Kursrutsch auf das Referendum über die Unabhängigkeit der Region Katalonien reagiert. Der Leitindex Ibex 35 sackte im frühen Handel um bis zu 1,38 Prozent ab, bevor er sich wieder berappelte und zuletzt nur noch 0,68 Prozent auf 10 311,20 Punkte einbüßte. Schlusslicht waren die Aktien des Konzerns Tecnicas Reunidas mit einem Minus von mehr als 3 Prozent. Die Firma ist als Generalunternehmer unter anderem beim Bau von Kraftwerken tätig.

Bei der umstrittenen und von Polizeigewalt überschatteten Abstimmung hatten sich die Separatisten mit rund 90 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Der vom Verfassungsgericht in Madrid untersagten Befragung aber hatte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy am späten Sonntagabend auch wegen des Justizverbots jede Gültigkeit abgesprochen. Damit die Ausrufung eines unabhängigen Staates deutlich näher gerückt.

Analyst Kevon Redureau von der Societe Generale schreckt derweil weiter vor spanischen Aktien zurück. Nach einem beeindruckenden Jahresstart leide die Börse in Madrid seit Mai unter der Stärke des Euro , im Zuge derer sich die Exporte in Länder außerhalb der Eurozone verteuern können. Und während sich viele andere Handelsplätze der Region seit September wieder angesichts der schwächelnden Gemeinschaftswährung erholt hätten, habe es nach der Verabschiedung des Gesetzes über ein Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien am 6. September 2017 einen weiteren Rückschlag gegeben. Nun könnte Redureau zufolge die Kombination aus einer Minderheitsregierung in Madrid und dem Drang der Katalanen nach Unabhängigkeit weiter auf die Kurse drücken.