Aktien Frankfurt: Zweite Reihe stark - Dax scheut vor Rekord zurück

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Zum Wochenauftakt hat am deutschen Aktienmarkt die Musik hauptsächlich in der zweiten Reihe gespielt. Der Dax <DE0008469008> hat nur moderat zugelegt, während der MDax <DE0008467416> auf ein neues Rekordhoch kletterte. Gegen Mittag gewann der Dax 0,33 Prozent auf 14 096,46 Punkte, der MDax stieg um 0,88 Prozent auf 32 883,41 Punkte.

"Die aktuelle Stärke der Aktienmärkte rührt vor allem daher, dass die weniger kapitalisierten Aktien aus der zweiten und dritten Reihe überdurchschnittlich stark steigen, während gleichzeitig die Highflyer des Jahres 2020 auf ihren hohen Niveaus verharren", analysierte Experte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets die Situation.

Beim Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 <EU0009658145> stand gegen Mittag ein Plus von 0,9 Prozent zu Buche. Schwächer als erwartet ausgefallene Daten zur Industrieproduktion der Eurozone im Dezember belasteten nicht.

Anleger setzten im Zuge der zunehmenden Impfungen gegen Covid-19 auf eine deutliche Wirtschaftserholung in diesem Jahr, begründeten Marktteilnehmer die jüngsten Kursgewinne an den Börsen weltweit. In Japan hatte der Leitindex Nikkei-225 <JP9010C00002> <XC0009692440> am Montag erstmals seit mehr als 30 Jahren über der Marke von 30 000 Zählern geschlossen. Auch in den USA bewegen sich die Indizes in Rekordhöhen. Auf Impulse aus New York müssen Anleger am Montag allerdings verzichten, denn wegen eines Feiertags wird dort nicht gehandelt.

Bei den Einzelwerten richteten sich in Deutschland die Blicke am Montag auf den Chemiesektor. Lanxess <DE0005470405> baut sein Geschäft rund um Desinfektions- und Konservierungsmittel mit einer Übernahme in den USA aus. Gut eine Milliarde US-Dollar wollen die Kölner für Emerald Kalama Chemical ausgeben. Anleger honorierten den Zukauf: Lanxess gewannen an der MDax-Spitze 4,4 Prozent.

Eine Übernahme beschäftigte auch die Anleger des hessischen Batterieherstellers Akasol <DE000A2JNWZ9>. Der US-Autozulieferer BorgWarner <US0997241064> will das Unternehmen für knapp 730 Millionen Euro kaufen. Der Akasol-Kurs stieg zuletzt um fast 19 Prozent auf 124 Euro und damit über das Angebot von 120 Euro je Aktie. Am Freitag hatten die Akasol-Aktien zum Xetra-Schluss etwas mehr als 104 Euro gekostet. Beim Börsengang im Jahr 2018 waren sie nicht einmal halb so viel wert.

Auf dem Weg zum vierten Mobilfunk-Netzbetreiber in Deutschland hat 1&1 Drillisch <DE0005545503> das verbesserte Angebot des Telekommunikationsanbieters Telefonica Deutschland (O2) <DE000A1J5RX9> zur Mitnutzung seines Mobilfunk-Netzes angenommen. Zudem legten 1&1 Drillisch zusammen mit der Muttergesellschaft United Internet <DE0005089031> Zahlen für 2020 vor. 1&1 gewannen daraufhin zuletzt knapp fünf Prozent. United Internet legten um eineinhalb Prozent zu.

Die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co <DE000KC01000> knüpften mit einem Plus von fünfeinhalb Prozent nahtlos an die starke Vorwoche an. Analyst Alan Spence von der Investmentbank Jefferies lobte die Signale des Konzerns aus der vergangenen Woche.

Eine frische Kaufempfehlung für die Aktien von Eon <DE000ENAG999> durch die Berenberg Bank gab den Versorgertiteln etwas Auftrieb. Sie gewannen im vorderen Dax-Feld 0,9 Prozent. Ganz oben im Leitindex waren die Anteile des Triebwerksbauer MTU <DE000A0D9PT0> mit plus 1,8 Prozent./ajx/stk

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---